Thema Klimawandel

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Der Klimawandel hat vielfältige Auswirkungen auf den Wasserhaushalt in Deutschland. Auf dieser Seite können Sie sich über den Zusammenhang von Wasser und Klima informieren.

Außerdem konnten Vorschläge, Kommentare und Fragen eingebracht werden, wie es gelingen kann, das Wasserangebot auch langfristig zu sichern und gerecht zu verteilen. 

Zu den Beiträgen aus dem Online-Dialog.

 

Hintergrundinformationen zum Thema Klimawandel und Wasser

Hier finden Sie Informationen zu den Auswirkungen des Klimawandels auf den Wasserhaushalt in Deutschland sowie bereits diskutierte Ansätze dafür, diesen Herausforderungen zu begegnen.

Wasser und Klima stehen in einem direkten Zusammenhang. Stürme und Starkregen führen zu Hochwasser und Überschwemmungen. Längere Trockenheit führt zu einem geringeren Wasserangebot in Flüssen, Seen und im Grundwasser. Treten klimawandelbedingte Wetterextreme vermehrt auf, bedroht dies die Gewährleistung einer stabilen Wasserversorgung.

Die Wissenschaftler*innen sind sich einig: Der Klimawandel ist bereits eingetreten und führt vermehrt zu Schäden über Extremwetterereignisse. Alle Prognosen zeigen: Zukünftig wird es im Frühjahr und Sommer im Durchschnitt wärmer und trockener als früher werden, die Winter werden durchschnittlich wärmer und nasser. Auf der Grafik unten sehen Sie den jährlichen Mittel- Temperaturverlauf in Deutschland zwischen 1881 und 2017. Jeder Farbstreifen steht für ein Jahr – wobei das Spektrum von Dunkelblau für besonders kalte Temperaturen bis hin zu Dunkelrot für die heißesten Jahre reicht. Der Trend geht eindeutig zu immer höheren Temperaturen.

Warming Stripes
Quelle: https://showyourstripes.info/ , Basis ist der Datensatz des DWD, Grafik: Ed Hawkins/klimafakten.de 

In heißen und trockenen Frühjahren und Sommern steigt der Bedarf an Wasser: Pflanzen in der Land- und Forstwirtschaft, der Natur und im städtischen Raum müssen dann bewässert werden. Die Industrie hat erhöhten Bedarf für Kühlungsprozesse, der Schiffsverkehr leidet unter Niedrigwasser und wir alle brauchen Abkühlung. Es gibt bereits einige Regionen in Deutschland (z. B. Brandenburg, Südhessen, Franken), in denen die Trinkwasserversorgung in Dürrephasen bereits angespannt ist.

NiedrigwasserQuelle: Pixaline / pixabay.com

Auf der anderen Seite häufen sich Starkregenereignisse, bei denen es kurzfristig viel zu viel Wasser gibt: Dann kann das Regenwasser häufig nicht schnell genug versickern und es fließt oberflächlich ab. Außerdem können Gewässer über die Ufer treten. Auch die Abfluss-Systeme in der Stadt sind meist nicht ausreichend für Starkregen ausgelegt, was zu Überschwemmungen und großen Schäden führen kann.  

Der Klimawandel führt dazu, dass die Trockenheit im Frühjahr und Sommer zunimmt und vermehrt Starkregen auftritt.

Die Herausforderung durch den Klimawandel betrifft alle Bereiche unserer Wassernutzung. Wir brauchen Wasser als Lebensmittel und als Lebensgrundlage. Wir alle brauchen es zum Trinken und zur Körperhygiene im Alltag. Die Landwirtschaft benötigt es zur Bewässerung und die Industrie für Produktionsprozesse. Zur Freizeitnutzung suchen wir gerne Gewässer zur Abkühlung auf. Auch die Natur - Wälder und Auen - brauchen beständig ausreichend Wasser. Allerdings ist der Zustand von Grund- und Oberflächengewässern an vielen Orten heute in einem schlechten ökologischen Zustand, weil sie künstlich um- und überformt wurden und weil zu viele Nähr- und Schadstoffe das Wasser belasten. Der Klimawandel – mit vermehrten Trockenzeiten einerseits, Flutungsereignissen andererseits - kann diese Situation noch verschärfen. Deshalb müssen wir uns verständigen, welches Wasser wir für welche Nutzungen benötigen, welche Nutzungen wir wie gewichten wollen und welche Belastungen wir der Natur, der Wirtschaft und unserem täglichen Gebrauch in welchen Situationen zumuten wollen.

In der Öffentlichkeit werden unterschiedliche Lösungsansätze diskutiert. Auch im „Nationalen Wasserdialog“  haben Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen das Thema Klimawandel und Wasser erörtert und unterschiedliche Anregungen formuliert. Ein kleiner Auszug aus der Vielzahl an Vorschlägen möchten wir Ihnen hier stichpunktartig zur Verfügung stellen:  

  • Einige Fachleute sprechen sich für die Setzung von Prioritäten für die Nutzung von Trinkwasser in Dürrephasen (Landwirtschaft, Industrie, Privathaushalten, Gartenbewässerung) aus. Ist so etwas sinnvoll oder erforderlich und wie könnte dies im Bedarfsfall geregelt werden?
  • Wasserwiedernutzung (Water-Reuse). Dabei wird anstelle von Trinkwasser bereits genutztes Wasser in der Landwirtschaft oder der industriellen Produktion eingesetzt. Unsere Leitungssysteme sind bislang nicht dafür ausgelegt, da sie ausschließlich Trinkwasser höchster Qualität enthalten. Aus diesem Grund wären neue und teure Leitungssysteme erforderlich. Unter welchen Bedingungen wäre so etwas denkbar und sinnvoll und wie kann hier die Einhaltung von Schutzstandards gewährleistet werden?
  • Städte könnten Schwammstädte werden, indem sie Wasser über Auffangsysteme sammeln und speichern. Wie könnte dieses Wasser verfügbar gemacht und genutzt werden? Welche Flächen könnten für solche Auffangsysteme genutzt werden? Welche weiteren Möglichkeiten könnte es geben, die wenig Fläche in Städten einnehmen und nicht zu teuer werden?
  • Hochwasser erzeugen große Schäden, die aufwändige Reparaturarbeiten nach sich ziehen. Sollten Städte vermehrt Bauauflagen verhängen, um das Schadenspotenzial zu reduzieren oder sogar das Bauen in Risikogebieten grundsätzlich einschränken?
  • Ausweitung von Schutzzonen: Die Auen- und Fließgewässerentwicklung sowie der Schutz von Mooren stellt unter den Herausforderungen des Klimawandels und des Verlustes vieler Tier- und Pflanzenarten eine wichtige Zukunftsaufgabe dar. Wäre eine Ausweitung von Schutzzonen Ihrer Meinung eine geeignete Möglichkeit?
  • Umstellung der Landwirtschaft: Könnte man der Wasserknappheit mit einer Veränderung der landwirtschaftlichen Produktion oder direkten Anpassungsmethoden wie z.B. optimierten Bewässerungsmethoden begegnen? Würden finanzielle Anreize eine Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen fördern? Wer sollte diese Förderung bereitstellen? Könnten wir auch mit unserer Ernährung Einfluss nehmen?

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