Thema Sensibilisierung

 Visualisierung der Überschrift Sensibilisierung

Auf dieser Seite können Sie sich über die Bedeutung von Wasser als Lebensmittel, für unsere Ökosysteme und als Wirtschaftsgut informieren.

Außerdem konnten Vorschläge, Kommentare und Fragen eingebracht werden, wie es gelingen kann, das Wasserangebot auch langfristig zu sichern und gerecht zu verteilen.

Zu den Beiträgen aus dem Online-Dialog.

 

Hintergrundinformationen zum Thema Sensibilisierung

Hier finden Sie Informationen zur Bedeutung von Wasser in und für unsere Gesellschaft sowie bereits diskutierte Ansätze dafür, den Stellenwert von Wasser in Deutschland zu erhöhen.

 

Wir alle haben täglich ganz selbstverständlich mit Wasser zu tun. Alle können an vielen Stellen Beiträge für einen nachhaltigen Umgang mit Wasser leisten - als Nutzer*innen von Wasser, Erholungssuchende oder im Gespräch mit Anderen. Voraussetzung dafür ist ein Bewusstsein über die Bedeutung des Wassers als wichtigstes Lebensmittel, als tragendes Element für unsere Ökosysteme und in seiner Bedeutung für die Wirtschaft.

Nachfolgend ein paar Beispiele:

Abwasserbehandlung und -entsorgung

Visualisierung eines Badezimmers
Grafikdesign: Fresh Thoughts

Aus den Augen aus dem Sinn - so scheint es bei uns im Umgang mit dem Abwasser zu sein. Toiletten oder Waschbecken werden zur Entsorgung von Lebensmitteln, Arzneimitteln oder Farbresten genutzt. Mit fatalen Folgen für die Umwelt. Denn eine Kläranlage wird oft mit den aktuellen Reinigungsverfahren dem Schadstoff-Cocktail nicht mehr Herrin. Doch der Neubau und Betrieb von Kläranlagen und Abwasserkanälen ist sehr teuer. Über fast 500.000 Kilometer Kanalnetz fließt das Abwasser in die 9.100 Kläranlagen. Das Hauptziel der Abwasserbehandlung ist, Flüsse und Seen durch Abwässer möglichst wenig zu belasten. Trotz der Kläranlagen ist der chemische und ökologische Zustand unserer Gewässer oft nicht gut. Hier wartet noch eine große Herausforderung.

Konsum

Für uns ist es selbstverständlich, den Wasserhahn aufzudrehen, damit sauberes Wasser fließt, das unbedenklich getrunken und genutzt werden kann. Daher setzen wir uns meist nicht damit auseinander, welcher Aufwand damit verbunden ist: Bau und Wartung von kilometerlangen unterirdischen Leitungssystemen (mit einer Gesamtlänge von ungefähr 500.000 Kilometern in Deutschland), dauerhafte Überwachung von Wasserverbrauch und Kontrolle der Wasserqualität, Betrieb von Abwasser- und Trinkwasseraufbereitungsanlagen.

Wer denkt schon beim Kauf eines Medikaments, bei der Auswahl an Pflegeprodukten, oder dem Wegwerfen einer Zigarettenkippe an Gewässerverschmutzung? Oder beim Kauf von Lebensmitteln an Wasserverbrauch? Das hat oft etwas damit zu tun, dass wir nicht genug darüber wissen, welche Inhaltsstoffe Wasser verunreinigen, was zur Produktion benötigt wird oder was nach dem Wegwerfen eines Produkts mit diesem passiert.

Beispiel internationaler Handel

Für die Herstellung und den Transport von Produkten aus dem Ausland wird auch viel Wasser benötigt. In einer Tasse Kaffee zum Beispiel stecken im Durchschnitt 132 Liter Wasser für den Anbau der Kaffeepflanze, die Verarbeitung und den Transport. Das ist mehr als die 120 Liter Wasser, die in Deutschland pro Tag pro Person verbraucht werden.

Grafik zum Wasserverbrauch
Grafikdesign: Fresh Thoughts

Auch für die Bewässerung von Feldern, für das Futter von Nutztieren, die Fleischwirtschaft oder für die Textilproduktion wird viel Wasser benötigt. In einer Jeans stecken bis zu 8.000 Liter Wasser.

Hochwasserschutz

Besonders wegen des Klimawandels müssen wir unbedingt über den Schutz von Industrien, Städten und Gemeinden vor Hochwasser nachdenken. Flüsse brauchen mehr Raum auch in den Städten, damit sich die Fluten nicht in besiedelte Gebiete ergießen. Versiegelte Flächen in städtischen Gebieten müssen den Anforderungen an den Klimawandel angepasst werden. Regenrückhaltung, Versickerungsflächen und Begrünung von Stadträumen sind mögliche Maßnahmen.

Ökologische Qualität

Bäche können aus ihren Betonbetten befreit werden, damit sie wieder ungehindert fließen – das bietet Lebensräume für wertvolle Pflanzen und Tiere, und die Menschen können sich in ihrer Freizeit an den schönen Landschaften erfreuen.

Schnell wird klar: Zu allen Themen wird es Formen der Auseinandersetzung geben müssen. Der Acker, der bei Hochwasser geflutet werden soll, kann beispielsweise in der Zeit nicht bewirtschaftet werden. In das geflutete Waldstück können in der Zeit keine Spaziergänger*innen mehr hinein. Die Regenwasser-Rückhalteräume in der Stadt nehmen vielleicht Parkplätze weg.

Alle Aufgaben benötigen Erfahrungswissen, Einsicht in Notwendigkeiten und Systemzusammenhänge und qualifiziertes Personal sowie Finanzmittel. Also eine reine Aufgabe für Politik und Expert*innen? Nein! Wasser ist elementarer Bestandteil und Grundvoraussetzung für alles Leben und unser friedliches Zusammenleben. Um hier mitdiskutieren zu können, braucht es Wissen und eine Sensibilisierung zu Handlungsanforderungen und -möglichkeiten.

In der Öffentlichkeit und im „Nationalen Wasserdialog“ haben Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen auch über die Sensibilisierung der Bevölkerung diskutiert. Hier sind einige Lösungsansätze stichpunktartig dargestellt, die einen Teil der Diskussion wiedergeben:

  • Dialog Umwelt und Landwirtschaft: Umwelt- und Landwirtschaftsministerium gestaltet zeitnah einen Dialog entlang der Produktions- und Vermarktungsketten mit relevanten Akteur*innen. Hier sollen Lösungen zur Stärkung der Produktion und Vermarktung gewässerschonender, landwirtschaftlicher Produkte vereinbart werden.
  • Verursacher*innenprinzip klären: Bund und Länder werden aufgefordert, ein Konzept zur anwendungsfreundlichen Umsetzung des Verursacher*innenprinzips im Wassersektor zu erarbeiten. Damit sollen Gewässerbelastungen verringert oder vermieden werden und Verursacher*innen von Umweltbelastungen an den anfallenden „Umweltkosten“ beteiligt werden.
  • Jugendliche einbinden: Wertschätzung für Wasser muss schon in jungem Alter erlebt werden: Bildungsprogramme wie der Wasserkoffer, AquaAgenten, WasserWissen und andere Bildungsmaterialien und -programme an Schulen sollten weitergeführt und ausgeweitet werden.
  • Bürgernahe Wissenschaft („Citizen Science“): Um mehr Daten zu Wasserqualität in Flüssen-, Seen- und Auen zu sammeln, könnten Bürger*innen an Projekten teilnehmen, wo sie unter professioneller Begleitung Messungen vornehmen. Die Messergebnisse werden vor Ort und im Labor analysiert, um den Zustand des Gewässers festzuhalten. Dadurch können mehr Proben gesammelt werden. Als Nebeneffekt gewinnen die Beteiligten einen näheren Bezug zum Wasser.
  • Bildung: Das Konzept des virtuellen Wassers und Wasserfußabdruck wird bekannter gemacht, damit mehr Menschen wissen, wie viel Wasser tatsächlich für Produkte wie Kaffee verbraucht wird, auch beim Anbau, Verarbeitungsschritten und für den Transport. Das Beispiel, wie viel Wasser wirklich in einer Tasse Kaffee steckt, lässt sich auf alle Produkte übertragen, die wir konsumieren. Wenn Menschen darüber besser Bescheid wissen, können sie den Bezug zu alltäglichem Handeln herstellen.
  • Planspiele: Kommunalpolitiker*innen und Fachleute (Planer*innen, Architekt*innen, Investor*innen) werden über Planspiele und Reallabore sensibilisiert, um die Bedeutung von Wasser und zur Anpassung an den Klimawandel mehr in ihre Planung einbringen zu können. Dazu gibt es schon viele Lösungsvorschläge, aber wenig Erfahrungen in der Umsetzung, auch im technischen Bereich. Zum Beispiel könnten technische und naturnahe Anlagen, die gebrauchtes Wasser wiederverwenden oder Regenwasser auffangen, in der Praxis getestet werden.
  • Kampagnen starten: Parallel können Kampagnen und Aufklärungsarbeit die Aktivitäten unterstützen und vorstellen, weshalb dies notwendige Schritte für einen nachhaltigen Umgang mit Wasser sind.

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