Bürgerbeteiligung zum Aktionsprogramm Insektenschutz
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1.2 Der Bund wird sich für eine Verbesserung der nationalen Finanzierung von Maßnahmen des Insektenschutzes im gemeinsamen Rahmenplan zur Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) einsetzen und dafür einen Sonderrahmenplan für den Insektenschutz in der Agrarlandschaft auf den Weg bringen

18.09.2018 11:54 BMU

Beschreibung: Mit der Novelle 2016 zum GAK-Gesetz hat der Bund die Möglichkeiten der Förderung des Vertragsnaturschutzes und der Landschaftspflege im Rahmen der Agrarstrukturförderung erweitert und die Agrarumweltpolitik aufgewertet (Förderung von Maßnahmen einer markt- und standortangepassten sowie umweltgerechten Landwirtschaft). Im Rahmenplan zur GAK, in dem Bund und Länder jährlich gemeinsame Fördermöglichkeiten festlegen, sollten Projekte zum Insektenschutz vereinbart werden. Um einen Sonderrahmenplan Insektenschutz auf den Weg zu bringen, ist dieser mit den Ländern und innerhalb der Bundesregierung zu erörtern.

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Heterogenität zulassen

11.10.2018 08:40 hopper27 Ist eine Ergänzung

Aufpassen, dass dabei nicht nur Standard-Maßnahmen gefördert werden (die führen nur zur einer weiteren Vereinheitlichung der Landschaft). Wichtig sind für Insekten häufig Mikro-Strukturen, wie feuchte Senken, Totholz-Ansammlungen, offene Bodenstellen, Steinhaufen, unbefestigte Wege. Ich habe schon erlebt, wie wertvolle Insekten-Lebensräume durch "Blühstreifen" zerstört wurden. Ein zentrales Förderinstrument verursacht häufig zu pauschale Lösungen.

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Dynamik Entwicklung beachten

23.10.2018 12:22 Ecologist Ist eine Ergänzung

Richtig! Sinnvolle Maßnahmen sind auf den Naturraum, die Region, abzustimmen. Neben der genannten Heterogenität sollte eine dynamische Entwicklung geschützt, erhalten und ggf. initiiert werden. Beispiel: Altarme von Fließgewässern sind seltene und sehr wertvolle Habitate, daher ist ihre Erhaltung und Schutz richtig -- aber auch und gerade die Verlandung ist wichtig und schafft einzigartige temporäre Strukturen. Also muss sichergestellt sein, dass sich kontinuierlich „neue“ Altarme bilden können, und nicht nur die „alten“ statisch erhalten werden.

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Wer soll das herstellen wenn nicht große Weidetiere?

06.11.2018 22:29 HerbertNickel Ist eine Ergänzung

"Wichtig sind für Insekten häufig Mikro-Strukturen, wie feuchte Senken, Totholz-Ansammlungen, offene Bodenstellen, Steinhaufen, unbefestigte Wege"

Stimme ich hopper27 voll zu. Aber wer soll das herstellen? Pflegetrupps? Jugendliche, die im Laden geklaut haben? Bessere Idee (die ist übrigens mehr als 20 Mio Jahre alt): extensive und großflächige Rinder- und Pferdeweide auf ertragsschwachen Standorten. Hier gibt es außerdem noch Dung als zusätzliche Joker-Insektenressource. Dafür braucht es dann 1000 Euro/ha Förderung für den Landwirt als Entlohnung und Ausgleich.

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Praxistaugliche Maßnahmen fördern

11.10.2018 10:38 Schuh Ist eine Ergänzung

Ein wesentlicher Grund für den Rückgang der Insekten ist der Verlust von Lebensräumen. Um diese wieder herzustellen muss die Förderung so aufgebaut sein das diese Maßnahmen auch von unseren Landwirten umgesetzt werden können. Dabei ist nicht nur eine Vernetzung über den Raum sondern auch eine Abstimmung der Maßnahmen aufeinander nötig. Blühstreifen sind ein guter Ansatz der unbedingt weiter entwickelt werden sollte, aber wir brauchen dann auch die dazugehörigen Nistplätze (Schwarzbrachen, Totholzhaufen o.ä.). Dies Ganze muss unter der Prämise erfolgen das die Landwirtschaft hierfür einen finanziellen Anreiz enthält weil dies auf den Flächen geschieht wo die Landwirte ihr Einkommen erwirtschaftet. Zusätzlich müssen bürokratische Hürden bei der Antragsstellung  (übrigens der Hauptpunkt warum nicht mehr AUM umgesetzt werden) abgebaut werden.

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Unterstützt den Vorschlag

12.10.2018 14:40 HendrikGeKas Unterstützt den Vorschlag

100% Unterstützung! Natur- und Klimaschutz kann nur mit regionalen Know-How und in Kooperation mit den Landbewirtschaftern wirksam in die Fläche gebracht werden. Sehr guter Ansatz aus den Niederlanden: https://www.netzwerk-laendlicher-raum.de/fileadmin/sites/ELER/Dateien/01_Hintergrund/Themen/nurNL.pdf

Hier schauen sich Leute, die sich vor Ort auskennen, auf regionaler Ebene an was wo sinnvoll umgesetzt werden kann, damit eine Strukturvernetzung für mehr Biodiversität gelingt. Und dabei sind sie ganz nah bei den Landwirten, die die Maßnahmen praktikabel in ihre Arbeitsabläufe einbauen können. Es herrscht Vertrauen und Verständnis zwischen Naturschutzmanager der Kooperative und den Landwirten, die deshalb auch viel motivierter ans Werk gehen. Es funktioniert nur wenn sich Menschen mit Kenntnissen der örtlichen Gegebenheiten (Natur/Mensch) kümmern, und nicht wenn von oben herab mit Verboten und pauschalen Maßnahmen und Kontrollen Dinge für Umwelt und Klima "verbessert" werden sollen. 

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'Hopper27' und 'Schuh' bringen es hier so ziemlich auf den Punkt!!!

14.10.2018 19:33 smilla Ist eine Ergänzung

"Hopper27" und "Schuh" bringen es hier so ziemlich auf den Punkt!!!

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Lehnt den Vorschlag ab

Die Rechnung zahlen andere?

25.10.2018 06:16 Wespenfreund Lehnt den Vorschlag ab

Wenn solche Maßnahmen denn notwendig, sind sollten diese aus dem Haushalt des BMU finanziert werden. Als Bürger kann ich auch nicht einfach über die Ausgaben meiner Freunde und Nachbarn entscheiden! 

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Programm greift zu kurz

31.10.2018 11:56 S. Geißler-Strobel Ist eine Ergänzung

Das Insektensterben ist in aller Munde. Wichtig Ziel dem entgegenzusteuern. Wenn Maßnahmen in der Agrarlandschaft geplant werden, sollten diese aber von Anfang an systematisch mit den Belangen der Feldvögel und weiterer stark bedrohter Arten der Agrarlanschaften (Feldhamster u.a.) abgestimmt werden. Dann erst wird dieser Ansatz einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität in unseren Agrarökosystemen leisten können. Sonst greift auch dieses Programm wieder zu kurz.

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Zweigleisig fahren

01.11.2018 19:54 Cripo Unterstützung + Ergänzung

Meines Erachtens ist es besonders wichtig, schädliche Dünger und Pflanzenschutzmittel zu verbieten! Dabei sollte man aber zweigleisig fahren:

a) Verbot von Mitteln wie z. Bsp. Glyphosat...

b) Höhere Förderung für Bioanbau, um einen größeren Anreiz zu bieten, auf Bio umzustellen. Bio achtet darauf, Insekten zu berücksichtigen. Bio verwendet andere Mittel.

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Lehm

01.11.2018 20:00 Cripo Unterstützung + Ergänzung

Hummeln brauchen viele Dinge: Besonders aber Holz, das natürlich wachsen darf, Hummelweiden und Lehmkuhlen. Die werden oft vergessen. Das alles in nicht zu großer Entfernung. DAs ist für Landwirte umsetzbar. Darf aber ruhig auch geförsert werden. Die Information muss aber auch gebrahct werden. Man darf nicht darauf hoffen, dass Landwirte sie sich holen.

Auch Kleingärtenbesitzer und Hobbygärtner sollte man da in die Pflicht nehmen.

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Verbesserung Agrarstruktur und Küstenschutz

02.11.2018 08:18 kbach Unterstützung + Ergänzung

Hier ist dringend als Ergänzung zu fordern, daß die Bundesregierung als auch die Landwirtschaftsministerien der Länder (an der Küste) dafür sorgen, daß die bereits ausgewiesenen Schutzgebiete in Nord- und Ostsee auch tatsächlich respektiert werden und die dort geltenden Beschränkungen der Fischerei und sonstigen maritimen Nutzung auch durchgesetzt werden, insbesondere ein Verbot der Schleppnetzfischerei in Schutzgebieten unverzüglich unterbunden wird !

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'Verbesserung' unzureichend...

03.11.2018 11:39 KevinAtkins Unterstützung + Ergänzung

Nach den veröffentlichten Studien der Jahre 2017 und 2018 zum weltweiten Insekten- und Artensterben sind "Verbesserungen" mittlerweile nicht mehr ausreichend. Eine "kontinuiertliche Verbesserung" hätte vor 40 Jahren anfangen müssen. Im Idealfall hat die Landwirtschaft noch 5 Jahre für eine radikale Umstellung. Und dabei muss auf nationaler und internationaler Ebene unterstützt werden! 

Finanzierungen sind zwar willkommen, aber nicht ausreichend, um den Erhalt der Biodiversität in den nächsten Jahren zu gewährleisten. Es muss viel mehr auf Bildungsebene und wirtschaftlicher Ebene passieren, um den Naturschutz auf der einen Seite und dem Überleben der Landwirte auf der anderen Seite gerecht zu werden. 

Im Idealfall konzentiert sich die Regierung auf einen schnellen Ausstieg aus der Kohlekraft sowie einer Umstellung der Landwirtschaft und einer besseren Vernetzung von natürlichen Flächen, um einen schnellst möglichen Erfolg zu erzielen.

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Absatz im Biolandbau

04.11.2018 18:22 WernerTischner Ist eine Ergänzung

Dazu könnte auch gehören, den Absatz im Biolandbau anzukurbeln, wenn man glaubt, dass der Bioanbau die Insekten schützt. Denn so lange der Absatz ein Problem ist, werden weniger Landwirte auf Bioanbau umstellen.

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Allgemeine Information

das eigentliche Problem liegt woanders

06.11.2018 13:47 Annette Allgemeine Information

Der Absatz von Biolebensmitteln ist nicht das Problem, die Nachfrage ist größer als das heimische Angebot. Die größte Hürde, mit der sich umstellungswillige Landwirte konfrontiert sehen, ist der Bürokratie-Aufwand. Und außerdem sind auch Biobauern den Marktmechanismen unterworfen, einen garantierten Milchpreis und damit Planungssicherheit gibt es auch nicht für Biomilch.

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Pestizid-und Herbizidverbot flächenhaft

05.11.2018 20:12 Ludwig78 Ist eine Ergänzung

Meine Forderung dazu ist den Ökologischen Landbau bis 2030 auf 30% zu erhöhen, wie es die ÖDP in dem Volksbegehren "Rettet die Bienen, Insekten, Schmetterlinge, Vögel und die Bauern" in Bayern zum Ziel hat. Das Volksbegehren wurde Anfang Oktober eingereicht. Darin wird auch gefordert, eine Biotopvernetzung, die Arten müssen für den genetischen Austausch zueinander können. Weitere Forderungen darin sind 10% der bayrischen Flächen erst zum 15 Juni zu mähen und nach dem 15.März nicht mehr zu walzen um auch den Bodenbrütern ein ausreichendes Zeitfenster zu geben.

Eine Hauptforderung darin ist Pestizid und Herbizidverbot für flächenhafte Ausbringung ab 2022, dann ist nur noch Einzelpflanzenbekämpfung möglich.

Diese ganzen Forderungen stelle ich für ganz Europa, denn Pestizide und Herbizide sind hauptverantwortlich für das massenhafte Artensterben.

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Sonstiges

Richtige arbeit machen würde oft mehr bringen

06.11.2018 08:21 Bienenchristoph Sonstiges

Es ist unumstritten, dass Insektizide eben diese auch töten. Die Frage ob immer nur der Schädling getroffen werden, oder auch andere wissen wir Imker aus leidvoller Erfahrung. Bei der größen jemals dokumentierten Bienenvergiftung aus legaler Anwendung 2008, ist etwas deutlich geworden, welches zwar schon seit Einführung der Neonics als Saatgutbeize von Imkern hefitig kritisiert wurde, aber immer als unzutreffend abgeschmettert. Man hat die Schadbilder immer nur mit Bienenkrankheiten erklärt. Nach 2008 wurden Auflagen eingeführt. Doch beim Pollenmonitoring der LAB Hohenheim wird heute noch Methiocarb gefunden. Der Vergiftungsweg existiert also immer noch. Es wir uns gesagt, dass diese gefunden Mengen "zu gering" sind für Honig-Bienenschäden.

Doch welche Auswirkungen hat das für all die anderen Insekten?

Sähen bei Wind, offen rum liegende Saatkörner usw. All dies dürfte nicht sein. Trotzdem sehen wir es.

Geht es nicht anders?

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SEHR gute fachliche Praxis im Pflanzenschutz

07.11.2018 10:40 Marion Ist eine Ergänzung

Strategie zum Ausstieg aus chemisch-synthetischen Pestiziden umsetzen: Der Nationale Aktionsplan zum Pflanzenschutz (NAP) muss durch eine wirksame Reduktionsstrategie abgelöst werden, die verbindliche Reduktionsziele und wirksame Strategien zu deren Umsetzung enthält und der Vorgabe der EU-Pflanzenschutz-Rahmenrichtlinie 2009/128 gerecht wird. Glyphosat-Ausstiegsszenario bis 2021. Einführung einer Pestizidsteuer.

Pestizide ausschließlich nach den Grundsätzen des integrierten Pflanzenschutzes einsetzen, d.h. wenn eine bestimmte Schad- bzw. Befallsschwelle überschritten ist und wenn andere Methoden wie z.B. vielgliedrige Fruchtfolgen oder mechanische Maßnahmen keine ausreichende Wirkung erzielen konnten.

Das Zulassungsverfahren für Pestizide reformieren. Langfristige Risiken, die Komplexität von Organismen und Ökosystemen sowie die Kombinationswirkung von in der Praxis angewendeter Mittel und ihren Metaboliten sind gründlicher sowie unabhängig und transparent zu prüfen.

 

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Nur wenn das Geld eine echte messbare positive Wirkung hat auf die Umwelt.

07.11.2018 15:22 brot Ist eine Ergänzung

Mehr Geld fuer Insektenschutz ist naturlich gut aber nicht wenn es geht um marktorientierten Augenwischerei statt wahres Naturschutz.

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