Bürgerbeteiligung zum Aktionsprogramm Insektenschutz
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2.1 Insektenschutz im Wald: Der Bund stellt ab 2020 mehr Mittel für Maßnahmen einer insektenverträglichen Waldbewirtschaftung zur Verfügung und wird bis 2021 auf den Flächen des Bundesforstes entsprechende Konzepte vorbildlich umsetzen

18.09.2018 12:24 BMU

Dazu gehört:

  • im Rahmen der GAK (Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“), des Bundesprogramms Biologische Vielfalt und auch z.T. des Wald-Klima-Fonds die Einrichtung und Umsetzung von Biotop-, Alt- und Totholzkonzepten in Wäldern und Erhaltung und Anlage von gestuften Waldrändern und -säumen, Waldwiesen, Totholz- und Altholzinseln, die Förderung strukturreicher und klimaresistenter Waldbewirtschaftungsformen wie Nieder- und Mittelwälder und insektenfreundlicher Mahdverfahren an Wegrändern inkl. Waldrändern
  • Entwicklung von Wildnisgebieten im Rahmen des Wildnisfonds
  • Erarbeitung und Umsetzung von Leitlinien für eine insektenverträgliche Waldwirtschaft für Bundesforsten

Beschreibung: Wälder sind durch eine hohe Vielfalt an Strukturen und spezifische Pflanzenarten gekennzeichnet. Dies ist die Voraussetzung u.a. für Gehölz-Blüten besuchende Blütenbesucher-Gemeinschaften und das Vorkommen von Holz und Totholz verzehrenden Insekten. Mit der Maßnahme sollen deren Lebensbedingungen verbessert werden.

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11.10.2018 08:56 Waldimker Ist eine Ergänzung

Beim Umbau der Wälder hin zu einer mehr naturnahen Zusammensetzung im Sinne einer Erhöhung der Biodiversität sollten großflächige Monokulturen beseitigt und die Größe verbleibender Monokulturen auf wenige Hektar (< 10 ha) in Insellagen begrenzt werden. Dadurch wird die Vernetzung der naturnahen Bereiche sichergestellt. Der relativ geringere Insektenbestand in den verbleibenden Monokulturen ist dann akzeptabel, da in allen umliegenden Bereichen ein deutlich besseres Habitatangebot für die Insekten besteht.

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Generell sind Waldarten weniger gefährdet

11.10.2018 08:56 hopper27 Ist eine Ergänzung

Diese Maßnahmen sind zwar ebenfalls schön. Generell spricht aber vieles dafür, dass es den Insektenarten in Wäldern deutlich besser geht als noch vor 20-30 Jahren. Der Totholzanteil hat wieder deutlich zugenommen und viele Nadelforste wurden durch Mischwälder ersetzt. Dieser Prozess sollte natürlich weiter gehen. Allerdings hat sich eine zentrale Rahmenbedingung geändert: Der Nährstoffeintrag durch die Luft hat enorm zugenommen. Dadurch ist die Vegetation deutlich dichter und überall wachsen Brennnesseln und Brombeeren, wo früher magere Standorte waren.

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Im Wald brauchen wir mehr lichte Stellen

28.10.2018 11:40 chkreipe Ist eine Ergänzung

Die modernen Waldwirtschaft arbeitet mit der Naturverjüngung unter dem Schirm, damit fehlen lichte Stellen der früheren Schläge. Lebensräume für viele Insekten und Vögel. Viele seltene Arten sind an heideähnliche Strukturen gebunden in soweit wird in Zukunft dieses Artenspektrum fehlen. Das hat schon Scherzinger in "Naturschutz im Wald" beschrieben. Es müssen gezielt Sonderwaldbiotope erhalten werden.

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Heide gehört nicht in den Wald

03.11.2018 20:44 Butterfly Allgemeine Information

@Chkreipe: Lichte Stellen haben im Wald nichts zu suchen, genauso wenig wie heideartige Flächen. Diese müssen außerhalb des Waldes ihren Platz finden. Die Waldbewirtschaftung hat sich aus eben jenen Gründen geändert, weil es der natürliche Weg ist, dass Bäume unter großen Bäumen heranwachsen.

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Gilt nicht für 'Lichtwaldarten''

04.11.2018 15:09 S. Geißler-Strobel Allgemeine Information

Die generell geringere Gefährdung gilt für Arten geschlossener Wälder, aber nicht für "Lichtwaldarten". Diese "Waldarten" mit Siedlungsschwerpunkt oder ausschließlichem Vorkommen in Wäldern sind auf lichte Waldstrukturen und Lichtungen angewiesen, die jahrhundertelang über traditionelle Waldnutzungsformen verbreitet waren (Niederwald, Mittelwald, Waldweide, Streunutzung oder Kahlhiebe). Durch fast vollständigen Verzicht auf entsprechende Nutzungen sind in Baden-Württemberg inzwischen zahlreiche "Licht-Waldarten" stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Wenige Beispiele sind Tagschmetterlingsarten wie Elegans-Widderchen, Eichen-Zipfelfalter, Gelbringfalter, Ginster-Bläuling, Wald-Wiesenvögelchen, Großer und Blauschwarzer Eisvogel, Schwarzer Apollofalter  oder Käferarten wie Heide-Sandlaufkäfer, Großer Puppenräuber und Großer Eichenbock. Dem "Insektensterben" entgegenzuwirken erfordert zwingend auch die Etablierung und rasche Umsetzung von "Lichtwaldkonzepten".

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Das meiste passiert an Übergängen

05.11.2018 21:49 Uwe Ist eine Ergänzung

Die meisten Arten sind an den Rändern der Biotope zu finden, also an Waldrändern, Gewässerrändern und Hecken. Es macht also durchaus Sinn, immer wieder Lichtungen im Wald zu schaffen.

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Im Konsens mit den Eigentümern

11.10.2018 20:08 HKalk Ist eine Ergänzung

Der Schutz von Waldflächen für Insekten ist richtig und wichtig, jedoch sollte ein solches Vorhaben in Privatwäldern nicht zulasten der Besitzer gehen. Totholzkonzepte, Habitatbäume etc. können meiner Meining nach nur durch die Anpachtung der entsprechenden Waldflächen durch den Bund realisiert werden. Ebenfalls zu bendeken ist auch, ob nicht sinnvollerweise die generelle Regelung, dass Erholungssuchende den Wald betreten dürfen aufgehoben werden sollte. Zum einen wird der Wald oftmals missbräuchlich genutz, z.B. indem der Hund laufen gelassen wird oder Down-Hill-Strecken angelegt werden, zum anderen ist in naturbelassenen Wäldern ganz klar nicht sicherzustellen, dass für diejenigen, die den Wald betreten, keine Gefahr besteht. Bisher kann der Eigentümer haftbar gemacht werden, wenn z.B. ein Ast auf einen Spaziergänger fällt. In naturbelassenen Wäldern ist das nicht auszuschließen!

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11.10.2018 20:25 DJensch Sonstiges

Es gibt inzwischen Gerichtsurteile, dass Waldbetretung Privatrisiko ist, wenn sie abseits der größeren Wege erfolgt.

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20.10.2018 20:58 Honigbiene

Im eigenen Interesse sollten private Waldbesitzer dafür Sorge tragen, das ausreichend Insekten & Co. den Lebensraum Wald bewohnen. Für sehr viele tierische Waldbewohner ist eine ausreichend (Menge) und verschiedenartige Insekten Nahrungsgrundlage und Bestandserhaltung ihrer Art. Die industrieelle Landwirtschaft hat diese Nahrungsquelle erfolgreich ausgerottet, unwiederkehrbar. Da können wir noch so viele Blühstreifen anlegen wie wir wollen.  Wenn die private Waldwirtschaft diesem Beispiel folgt können unsere Kinder und Enkelkinder die Tierwelt nur noch virtuell im Internet anschauen. Weitaus schlimmer werden die ökologische Folgen sein, auch hier bei uns in Deutschland.

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Die Natur muss öffentlich bleiben

26.10.2018 15:27 Matheomur Sonstiges

Die die unten erwähnten Gerichtsurteile zur Haftung gibt es wirklich und sind uralt. Der Wald ist kein Bügelbrett. Abseits der Wege ist die Haftung des Waldbesitzers seit je her sehr eingeschränkt. Deshalb muss man den Leuten nicht verbieten in den Wald zu gehen. In den ballungsraumnahen Bereichen gibt es Nutzungskonzepte wo geradelt, gelaufen und geritten werden darf. Nein, der Waldbesitzer muss nie und nimmer sicherstellen dass nichts abseits der Wege passiert und er kann auch nicht dafür haftbar gemacht werden. Die Information, dass der Eigentümer für einen herunter gefallenen Ast zu haften hat ist falsch. einmal pro Jahr und nach besondeen Ereignissen muss er im Sinne der Waldhygiene nach angeschobenen und befallenen Bäumen sehen und geeignete Maßnahmen treffen. 

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Stichwort: Bodenverdichtung

14.10.2018 11:24 Yorela Ist eine Ergänzung

Für die Forstwirtschaft werden große, schwere Maschinen eingesetzt, die die Böden viel zu stark verdichten. Insektenschutz endet nicht dort, wo man Insekten sehen kann. Das Konzept zum Insektenschutz im Wald ist ein guter Anfang, es fehlt aber die Förderung und der Abbau bürokratischer Hürden für innovative Alternativen im Bereich Bodenverdichtung (z.B. der Einsatz von Pferden, der sich mancherorts bewährt und sher gute Resultate erzielt hat).

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14.10.2018 20:12 FrankonianSummer Sonstiges

Dem Einsatz von Pferden stehen meines Wissens nicht bürokratische Hindernisse im Weg. Es geht schlicht um die Wirtschaftlichkeit. Um die Bodenschäden zu minimieren dürfen die Maschinen auch nur auf den Rückegassen fahren, womit sich die verdichtete Fläche auf wenige Prozent redzuziert.
Nicht zu vergessen, dort wo Forstmaschinen arbeiten gibt es deutlich weniger Unfalltote.
 

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Wälder sind für das Leben auf der Erde unabdingbar

18.10.2018 21:39 smilla Unterstützung + Ergänzung

Wälder sind für das Leben auf der Erde unabdingbar. Sie sind der Lebensraum für 80 Prozent der Biodiversität an Land, sie sind entscheidend für unser Klima und sie bilden die Lebensgrundlagen für viele Tiere und Menschen auf dieser Welt.

Das Abholzen für Mais, Palmfett, Soja und für Rindfleisch muss weltweit aufhören., dann würde es nicht nur unseren Insekten zugutekommen, sondern allen Lebewesen auf dieser Erde.

Warum sind die Subventionen für die deutschen Wälder überhaupt eingestellt worden?

Die Wälder gehen immer mehr in private Hände. Man darf jetzt schon in vielen Wäldern nicht mehr Spazierengehen, weil diese "privat" sind. Das ist eine eher kontraproduktive Entwicklung. Ich denke, wir sollten den Menschen die Natur wieder näher bringen. Menschen müssen mit der Natur in Berührung kommen, damit sie diese verstehen und sich für selbige einsetzen können.

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Insektenschutz kennt keine Grenzen

20.10.2018 20:42 Honigbiene Unterstützung + Ergänzung

Im Flächenland Bayern hat das Land einen 9% Anteil an Waldbesitz, die restlichen 91% besitzen private Waldeigentümer. Es ist gut und richtig, das nun der Bund Förderungmaßnahmen für Insektenschutz aufgelegt hat, das u.a. auch seine eigene Wälder mit berücksichtigt. Doch Insekten kennen keine Grenzen zwischen Staat und privatem Besitz. Wie könnte es nun gelingen, die privaten Forstbesitzer für den Insektenschutz zu gewinnen, ohne immense Subventionen aus Steuergeld aufzubringen?

Begünstigung für Gutes, Belastung für Unterlassung!

Zuerst einmal sollten alle derzeitige steuerlichen Aspekte, welche die Forstwirtschaft betreffen, auf den Prüfstand gestellt werden. Was wird bisher schon steuerlich gefördert? Ist das unter heutigen Gesichtspunkten noch sinnvoll? Was sollte abgeschafft werden? Wo sind Mitnahmeefekte? Anschließend ein Umbau der Steuergesetze vornehmen, welche die ökologischen Aspekte belohnt  mit keinerlei Ausnahmebeständen. Steuerliche Mehrbelastung wer nix tut!

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Wald oder Forst

31.10.2018 23:12 Dorcadion Allgemeine Information

Steurliche Mehrbelastung wer nichts tut?

Man dürfte doch froh sein wenn im Wald nicht allzuviel getan wird!

Wir sprechen von Insektenschutz im Wald. Wenn man 1.000 ha Wald gegen den Schwammspinner (2018) spritzt und dann kommentiert: "Die Maßnahme war ein voller Erfolg, 80% der Schwammspinnerraupen sind tot" heisst das für mich 80% aller Insekten in diesem Wald sind weg. Das was hier diskutiert wird zum Insektenschutz, das Geld das hierfür ausgegeben wird (egal woher es kommt) wird den Insekten wenig nützen, wenn es um Profiteinbußen geht. Hier wurde die kerfelder Studie die über Jahrzehnte zusammengetragen wurde innerhalb 3 Wochen erreicht!

Ein bewirtschafter Wald hat vermutlich mehr Insektenvielfalt zu bieten, aber generell weniger für spezialisierte Arten. Wenn einzelne Arten dann Überhand nehmen ist dies meist menschengemacht!

Wir müssen weg von jeglichen Pestizideinsätzen in Land- und Forstwirtschaft und Teile des Waldes auch mal Wald sein lassen.

 

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Was ist mit der Waldweide?

21.10.2018 18:56 Weidefan Unterstützung + Ergänzung

Wälder mit einem stark reduzierten Einfluss von Pflanzenfressern wie wir sie heute kennen, gibt es erst seit dem Verbot der Waldweide im 19. Jh.. Wald ist nicht nur eine große Summe von Bäumen, sondern ein vielgestaltiger Lebensraumkomplex, in dem auch aufgelichtete Waldbereiche, Gehölzverbiss und lichte Baumbestände mit reicher krautiger Vegetation hinein gehören. Die Eiche wird durch eine Beweidung von Wäldern auf lange Sicht deutlich gefördert. Sowohl in der Naturlandschaft wie auch über tausende von Jahren in der Kulturlandsch. waren Rinder, Pferde und Schweine der Schlüssel z. Biodiv. der Wälder. Nun muss man nicht alle Wälder wieder beweiden, aber in ein Konzept für die Erhaltung der Insektenbiodiversität in Deutschland (und so mancher stark bedrohten Vogelart wie den Rauhfußhühnern) gehört die extensive Beweidung von Waldgebieten im Verbund mit Offenlandkomplexen mit hinein!

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Silo-Denken aufbrechen: Grenzbereiche beachten: Waldränder und Säume

24.10.2018 10:07 Ecologist Unterstützung + Ergänzung

Für zahlreiche Tierarten haben „Grenz- und Übergangsstrukturen“ eine hohe Bedeutung u.a. als Nahrungs- aber auch als Reproduktionhabitat. Gerade gestufte artenreiche Waldränder, diverse Säume, mit verschiedenen Stadien der Sukzession, unterschiedlicher Exposition zu Sonne, Wind etc. machen eine natürliche Vielfalt aus. Selbst aus menschlicher Sicht als „Schäden“ eingestufte Ereignisse wie Überflutungen, Windbruch oder Waldbrände sind ökologisch wichtig. Daher sollte insbesondere den Grenzbereichen zwischen „Wald“ und „freier Landschaft“ höherer Aufmerksamkeit geschenkt werden.

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Wald und Tiere gehören zusammen

28.10.2018 11:49 chkreipe ist neutral

Im Urwald haben Weidegänger vor dem Menschen gelebt. Mit wieviel % ist offen. Jedoch sind Waldweiden als ein Bestandteil des Urwaldes anzusehen. Die Trennung von Wald und Weide ist eine Intensivierungsmaßnahme der Forstwirtschaft und trägt zur Verdrängung von seltenen Arten bei. So ist das Auerhuhn im Allgäu wegen der dieser Maßnahmen zurück gegangen.

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Alibibäume

01.11.2018 21:58 LUPO1118 Allgemeine Information

Derzeit wohne ich am Rande der Rheinebene im Weinbaugebiet. Es ist schon traurig, wenn man sieht, wie hier mit der "Natur" umgegangen wird (wir Leben in einer Kulturlandschaft, ich weiß). Zwischen Wingert und Straße steht genau eine (1) Alibi-Reihe Bäume bzw. Hecken. Auf der Straßenseite kann es wachsen, auf der Wingertseite wird abgesägt bis fast zum Stamm, damit Traktor und Vollernter genug Platz haben. Dies leider auch auf Flächen, die gerade erst Flurbereinigt wurden ud wo man den Randstreifen durchaus hätte etwas breiter anlegen können. Ein Umdenken zugunsten des Natur- und Artenschutzes kann ich hier nicht feststellen. Schade drum und deshalb volle Zustimmung zu Ihrem Kommentar. Danke.

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Wie will man das denn schaffen?

06.11.2018 01:48 HerbertNickel Ist eine Ergänzung

Außer durch Waldweide? In der Forstwirtschaft kann man so etwas aus Kapazitätsgründen kaum mehr künstlich schaffen, allenfalls kleinflächig. Ein paar wenige % unserer Wälder als Waldweide würden nicht nur Insekten und Blütenpflanzen fördern, sondern auch Auer- und Haselhuhn u.v.m. Ich weiß von einem konkreten Beispiel in der Senne, wo u.a. der Brutbestand des Baumpiepers nach nur 7 Jahren Waldweide von 9 auf 80 Paare gestiegen ist. Die Art steht inzwischen auf der Vorwarnliste. In meiner Jugend war es einer häufigsten Vögel im Wald. Stark zugenommen haben dort auch Gartenrotschwanz, Grau- und Trauerschnäpper, Heidelerche. Fressen alle ..... Insekten.

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ist neutral

Gefährdete Insektenarten brauchen Freiflächen und „Katastrophenereignisse“ im Wald

29.10.2018 16:28 Gabriel ist neutral

Sturmwürfe, Kahlschläge und Waldbrände werden unter Aspekten des Naturschutzes häufig negativ gesehen. Im naturnahen Waldbau sind Kahlschläge grundsätzlich nicht vorgesehen. 1999 schlug der Orkan „Lothar“ allein in Baden-Württemberg eine Waldfläche von > 60.000 ha kahl. Eine Katastrophe für Insekten? Mitnichten! Fakt ist, dass in Baden-Württemberg keine einzige Insektenart infolge dieses Groß-Kahlschlags ausgestorben oder in ihrem Bestand gefährdet worden ist. Wohl aber siedelten sich auf den Freiflächen zahlreiche Schmetterlingsarten der Roten Listen an, darunter stark gefährdete und vom Aussterben bedrohte Arten (u. a. Schwarzer Apollofalter, Wald-Wiesenvögelchen, Blauschwarzer Eisvogel). Daraus ist als eine zentrale Forderung die Abschaffung des Kahlschlagverbots abzuleiten. Auch andere Austragsnutzungen, die über Jahrhunderte Arten- und Insektenvielfalt in Wäldern förderten, müssen wieder zugelassen und praktiziert werden – so etwa Waldweide, Streuaustrag, Nieder- oder Mittelwald.

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Freiflächen unterstützen auch wildlebende Honigbienenvölker

29.10.2018 18:55 Imkerverband Rheinland-Pfalz e.V. Sonstiges

Freiflächen, die temporär (für wenige Jahre) an wechselnden Standorten entstehen (z.B. durchWindwurf) schaffen Nektarquellen, z. B. Himberblüten die das Überleben wild nistender Honigbienenvölker sicher stellen können.

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Mehr Lichtwälder notwendig

30.10.2018 15:10 coldvalley Ist eine Ergänzung

Das kann ich nur unterstützen. Ein sich selbst überlassener Naturwald ist sicher ökologisch wertwoll (v.a. für Totholz nutzende Insektenarten), aber wie der fortswirtschaftlich genutzte Dauermischwald ist er (früher oder später) ein sog. Dunkelwald. Die Artendichte (auch und gerade von Insekten) ist im Wald aber an lichten Stellen am höchsten, d.h. wir brauchen mehr "Lichtwälder". Ich weiß, es ist nicht "political correct" so etwas zu fordern, aber (kleine) Lichtungen (ja, auch durch Kahlhieb) würden die Insektenvielfalt erhöhen. Auf lichte Stellen durch Sturm oder Waldbrand zu warten (wie die Naturwaldbefürworter argumentieren) reicht m. E. nicht aus.

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Einsatz von Insektiziden im Wald grundsätzlich verbieten

29.10.2018 19:18 flowerpower Ist eine Ergänzung

Im Gegensatz zu Wäldern und Forstflächen ist der Einsatz von Agrochemikalien im Land- und Gartenbau eines der größten Probleme  für Insekten (und natürlich alle anderen Organismengruppen): Pestizide speziell Insektizide, Mineraldünger, Arzneimittel (insbesondere Vermicide aber auch Antibiotika) belasten nahezu jeden Quadratmeter des bebauten Landes. Ihre Langfristfolgen sowie ihre synergetischen Wirkungen sind vollkommen unbekannt. In Wäldern und Forsten werden kaum Chemikalien ausgebracht. Aber Kalkung und insbesondere der Einsatz von Insektiziden sind leider nicht ausgeschlossen. Dabei sind  Insektenkalamitäten ein Ausdruck einer  verfehlter Ausrichtung des Wald-/Forstbaus, manchmal auch eine  Folge des Klimawandels. Natürliche/naturnahe Waldökosysteme reagieren darauf mit Anpassungen. Es muss dringend auf ein Verbot  hingewirkt werden, damit zumindest die Wälder und Fortsflächen von dem für die Insekten verheerenden Einsatz von Insektziden verschont bleiben. 

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Nisthöhlen für wildlebende Honigbienenvölker

29.10.2018 19:39 Imkerverband Rheinland-Pfalz e.V. Ist eine Ergänzung

Natürliche Baumhölen sind Mangelware. Um wieder eine wildlebende Honigbienenpopulation in unseren Wäldern aufbauen zu können sind Klotzbeuten (künstliche Nisthöhlen in ca 2 Meter langen Stammstücken) in einer Dichte von ca.12 pro Quadratkilometer anzubringen, so dass drei bewohnte Nisthöhlen pro Quadratkilometer erreicht werden können. In Polen wird bereits ein Projekt  "1000 Klotzbeuten" aufgelegt. Dort wird noch die ursprüngliche Waldimkerei, die "Zeidlerei" gepflegt. In Deutschland ist die genetische Vielfalt der Honigbienen fast gänzlich auf die vom Menschen gezüchteten "reinrassigen" Zuchtlinien geschrumpft. Damit geht eine Vervielfachung der Anfälligkeit gegenüber Krankheiten einher. Die Wiederherstellung einer stabilen Population wildlebender Honigbienenvölker mit einem vielfältigen Genpool wäre eine Bereicherung für unsere Natur und deren Biodiversität aber auch eine Bereicherung für die deutsche Imkerei. Diese Maßnahme ist einfach, schnell und ohne große Kosten umzusetzen.

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Wildbienen in der Natur; Honigbienen zum Imker

01.11.2018 20:01 Honigbiene ist neutral

Die Forderung nach Lebensraum für Honigbienen im hohlen Bäumen ist überflüssig. Stattdessen ist es viel notwendiger, die Wildbienen-Arten zu erhalten, die massiv vom Aussterben bedroht sind, weil deren Nistplätze und deren Nahrungsversorgung dramatisch rückläufig sind. Die Imkerei  hat mit ihrer eigenen Zunft schon genut zu tun, um die Honigbienen vor Krankheiten zu bewahren. Da braucht es nicht noch mehr Honigbienen, vor allem wildlebende Honigbienen. Würde sich z.B. in Bäumen wildlebende Honigbienen mit der tödllichen amerikanischen Faulbrut infizieren besteht logischerweise eine sehr hohe Ansteckungsgefahr. Ein Bienenmassensterben wäre die Folge. Und wie würde man fremde Einwanderer erkennen (Beutenkäfer) wenn im Wald Völker mit Honigbienen wären.

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Mehr Blüfflächen und Waldökologen

30.10.2018 15:29 coldvalley Unterstützung + Ergänzung

Ein kleiner Mosaikstein wäre es, mehr Blüflächen mit stadortangepassten Saatmischungen für Insekten in Wäldern zu schaffen, z.B. an Wegrändern und auf Waldwiesen und ehemaligen Holzlagerplätzen. Die Idee kommt von den Bayerischen Staatsforsten und heißt dort "Der Wald blüht auf" (komme selbst aus Ba--Wü. und bin kein Förster ;-) ), könnte aber bundesweit ausgedehnt werden. Dafür und für diei Koordination weiterer insektenfreundlicher Maßnahmen (z.B. Aufstellen von Mahdplänen) bräuchte es in den Forstämtern aber Stellen für Waldökologen.

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Waldweide ist viel effizienter und naturnäher

06.11.2018 01:25 HerbertNickel Ist eine Ergänzung

Jetzt bitte nicht auch noch im Wald mit dem Mähen anfangen. Wir mähen schon unser Grasland tot. Die meisten unserer Wälder wurden über Jahrtausende beweidet und dadurch licht und blüten- und totholzreich. Es gibt zahllose Lichtwald- und Saumarten in fast allen Insektengruppen, die heute auf den schmalen Waldrand oder auf Waldwege beschränkt sind, weil der Rest des Waldes ohne Licht ist. Dahin muss der Insektenschutz gehen, damit es wieder eine Diversität aller Insektengruppen im Wald gibt und nicht nur die paar Totholzkäfer, auf die sich der forstliche Insektenschutz konzentriert (die übrigen kennt er gar nicht mehr, weil sie dort ausgestorben sind). Auch den Hype um die Buche halte ich für übertrieben. An Eichen leben 10mal mehr Insektenarten (zumindest monophage) als an Buche. Also bitte auch Eichen schützen. Die waren übrigens auch in allen Interglazialen dominant, bis auf das jetzige, nachdem der Mensch in die Landschaft eingegriffen hat und dadurch die Buche zur Vorherrschaft kam.

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Keine Kurzschlussreaktionen

31.10.2018 09:35 BJAT Sonstiges

In einem südlichen Bundesland wurde aus reinem Aktionismus (Insektensterben aufhalten) hochwertige Waldlichtungen und Waldwiesen umgepflügt und mit teils gebietsfremnden Saatgutmischungen eingesät. Der Effekt kontraproduktiv.

 

 

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Einschlagmengen reduzieren !

01.11.2018 00:15 Das_Landei Unterstützt den Vorschlag

Holz ist ein Wirtschaftsgut.

Unsere Wälder haben ihr Gesicht verändert. Wie viele Habitatbäume müssen in Niedersachsen stehen bleiben? Richtig nur 5 pro Hektar, das ist viel zu wenig. Nicht nur Insekten haben hier Probleme, auch Fledermäuse und Vögel benötigen bessere Lebensgrundlagen.

Ein Band, das natürliche Lebensräume verbindet ist nicht nur auf Agrarflächen sondern auch im Wald mehr als nötig!

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Auch xylobionte Käfer sind Insekten!

02.11.2018 11:50 siroe Allgemeine Information

 Bei der Förderung der Insekten im Wald wird oft über die lichtliebenden Arten diskutiert. Die xylobionten Käfer werden dabei allzu oft völlig vergessen! Diese benötigen viele Biotopbäume, Mulmhöhlenbäume, Methusalem-Veteranen, reichhaltige Mikrohabitatstrukturen. Dazu braucht man ausreichend Altbäume und ökologisch wertvolles Totholz wie zB stehende, tote Bäume oder noch lebende "Gammelbäume" mit viel Totholzstrukturen etc. Woher sollen diese kommen, wenn in den Wäldern gezielt die Stark- und Biotopbäume entnommen werden, angeblich, weil der "Dunkelwald" zu dunkel ist und unbedingt durchforstet und aufgelichtet werden muss, angebl um die "lichtliebenden Arten" zu fördern? Man denke nur an das FFH-Gebiet Rot- u Schwarzwildpark in Stuttgart oder den Tautenburger Forst und den Ettersberg in Thüringen... Baumveteranen sind mangelware in unseren Forsten. Die Umsetzung der Nationalen Biodiversitätsstrategie mit NWE5 ist ein absolut erbärmliches Trauerspiel, Deutschland sollte sich schämen!

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Die Nationale Biodiversitätsstrategie im Wald auch zum Schutz der waldtypischen Insekten endlich umsetzen!

02.11.2018 12:04 siroe Ist eine Ergänzung

Die Nationale Biodiversitätsstrategie mit d Ziel, 10 % d naturschutzfachlich wertvollen öffentlichen Wälder (5 % Wälder in D) dem Prozessschutz zu überlassen u forstlich nicht mehr zu nutzen, sollte auch aus dem Blickwinkel des Insektenschutzes gesehen werden! Dabei kann es nicht Sinn d Sache sein, wenn in Waldgebieten, die dem Prozesschutz überlassen werden sollen, vorher noch schnell die dicken Bäume rausgeholt werden. Es kann auch nicht Sinn d Sache sein, wenn ein reiches Bundesland wie Bayern sagt, es will davon nichts wissen und macht sein eigenes Ding, und lieber ein Naturschutz-Gesetz ändert ("Lex Steigerwald") als ein paar hundert Hektar naturschutzfachlich besonders wertvollen Staatswaldes dauerhaft vor der Säge zu schützen, und seltenen xylobionten Käfern mehr Lebensraum geben. Die Mittel für Vertragsnaturschutz im Privatwald sind erbärmlich gering u nicht ausreichen, Privatwaldbesitzer mit vielen Alt- und Biotopbäumen sollten für die Bewahrung solcher Bäume honoriert werden!

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Gewässer im Wald

02.11.2018 17:19 Andrea Ist eine Ergänzung

Auch das Anlegen von Himmelsteichen und das Renaturieren und der Schutz von Quellen im Wald sollte mit einbezogen werden, da dies auch zu einer höheren Artenvielfalt bei Insekten beiträgt.

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Mittel und Maßnahmen unzureichend

03.11.2018 12:02 KevinAtkins Ist eine Ergänzung

Auch hier wieder: generell willkommen, aber "mehr Mittel für Maßnahmen" sind nicht notwendigerweise Anreiz genug! Wenn die Mittel zu niedrig oder die angestrebten Maßnahmen zu aufwändig sind, funktioniert der Vorschlag nicht. Es sollte vielmehr bundesweit Pflicht sein, sowohl in der Land- als auch der Waldwirtschaft auf Insekten, Vögel und andere Lebewesen Rücksicht zu nehmen! "Maßnahmen" müssen die Grundlage zukünftiger Wirtschaft sein!

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Insektenfreundliche Waldbewirtschaftung ohne hochgefährliche Pestizide

07.11.2018 11:52 PANGermany Unterstützung + Ergänzung

Zu einer insektenfreundliche Waldbewirtschaftung gehört auch eine kritische Überprüfung der Verfahren des Pflanzenschutzes und des Schädlingsmanagements im Forst und der dort eingesetzten Pestizide. Derzeit sind 136 Pestizid-Produkte (Mittel) für die Anwendung im Forst zugelassen. 79 davon sind Herbizide, 71 davon enthalten Glyphosat als Wirkstoff. Auch Insektizide kommen zum Einsatz (u.a. Gegen Borkenkäfer, Prachtkäfer und Bockkäfer), darunter auch Mittel mit den hochbienengefährlichen Wirkstoffen Cypermethin und alpha-Cypermethrin und solche mit Pirimicarb, das hochtoxisch für aquatische Organismen ist und zudem sehr persistent in Wasser, Sediment und Boden.

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Gewachsene Naturwälder statt kurzlebiger windanfälliger Holzplantagen

07.11.2018 14:12 Bieneli Ist eine Ergänzung

Wir brauchen wieder Laubwälder, die ungestört langsam wachsen können, stabil sind und dem Klimawandel viel besser standhalten können. Sie sorgen für eine hohe Artenvielfalt auch bei Insekten. 

Holzplantagen auf lichten Flächen wachsen viel zu schnell, sind instabil und Stürmen nicht gewachsen. Auch sind sie stärker durch Trockenheit gefährdet. 

Die allermeisten (90%) umgestürzten Bäume, die regelmäßig Bahnlinien und Autobahnen lahmlegen, sind schnellwachsende Kiefern und Fichten. 

Die heute eingesetzten schweren Erntemaschinen (Harvester) verdichten den Waldboden noch in größerer Tiefe und zerstören die Struktur, und dadurch Lebensraum, auch für Insekten.

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