Bürgerbeteiligung zum Aktionsprogramm Insektenschutz
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5.3 Der Bund wird bis 2021 im Rahmen der Arbeiten an einer integrierten Stickstoffstrategie ein Aktionsprogramm zur Minderung von Stickstoffemissionen erarbeiten, dessen Maßnahmen auch der Erhaltung der biologischen Vielfalt und damit dem Insektenschutz dienen werden

25.09.2018 11:48 cps-redaktion

Beschreibung: Stickstoffemissionen führen zu Insektensterben und Biodiversitätsverlusten, Nitrat im Grundwasser, Gesundheitsbelastungen durch Stickstoffdioxid in Städten, Klimawandel durch Lachgas. Hauptverursacher sind die Landwirtschaft mit 63% der Gesamtstickstoffemissionen, die Energiewirtschaft/Industrie mit 15% und der Verkehr mit 13%. Aufbauend auf dem 1. Stickstoff-Bericht der Bundesregierung vom Mai 2017; erarbeitet das BMU aktuell ein Aktionsprogramm zur Stickstoffminderung mit konkreten Minderungsmaßnahmen, um die Emissionen sektorenübergreifend auf ein umweltverträgliches Maß zu reduzieren. So wird der Schutz von Lebensräumen auch außerhalb von Agrarflächen und Natura 2000 Flächen verbessert. Das Aktionsprogramm soll bis 2021 von der Bundesregierung beschlossen werden. 
 

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Lehnt den Vorschlag ab

Zu einseitig!

11.10.2018 12:04 Bienenmann Lehnt den Vorschlag ab

Ein Großteil der Emissionen kommen von den Wiederkäuern. Gerade diese sind aber für das gewünschte Grünland notwendig, da ansonsten keine Verwertung von Gras möglich ist und auch die offenen Weidelandschaften nicht freigehalten werden können. Die Landwirtschaft produziert Lebensmittel und ist damit essenziell notwendig im Gegensatz zu anderen emitierenden Verursachern. Auch Moore prodzzieren massiv Methan. Die neue DüngeVO sieht schon Reduktionsvorschriften für die Düngung vor.

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Moore sind CO2-Speicher

12.10.2018 12:43 IM Sonstiges

Moore speichern aber v.a. CO2. Werden sie trockengelegt, werden hohe Mengen klimaschädlicher Gase freigesetzt.

 

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Beim Thema bleiben - aber doch noch ein paar Methan-Ausgasungen

30.10.2018 19:54 rasch Ist eine Ergänzung

Hier geht's um Stickstoff und nicht um Methan. Aber wenn wir schon dabei sind: Selbstverständlich muss man da bei den Rindviechern - auch - was machen, insbesondere einfach weniger "produzieren". Gras kann man auch anders verwerten, bei extensivem Grünland fällt sowieso viel weniger davon an. Und die Moore, die Methan emittieren, sind die, die von Menschen gestört oder kaputt gemacht wurden.

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Einseitig?

31.10.2018 14:37 BMAYER Sonstiges

1. Bitte beachten Sie, daß dies Punkt 5.3 eines neun Oberpunkte umfassenden Maßnahmenpakets ist.

2. Wenn eine Maßnahme auch nur ein Teilproblem löst oder eine Verbesserung in einem nur kleinen Bereich schafft, mag man sie zwar einseitig nennen, das ist dann aber kein Argument gegen diese Maßnahme.

3. Daß es andere, auch gravierendere, Probleme gibt, bedeutet nicht, daß man nicht die Probleme, die man lösen kann, angehen sollte.

4. Die Landwirtschaft produziert nicht nur Lebensmittel.

5. Niemand will der Landwirtschaft verbieten, Lebensmittel herzustellen. Sie mögen uns aber zugestehen, daß wir darüber dirkutieren, wie die Landwirtschaft Lebensmittel so produziert, daß sie keine Schäden für die Allgemeinheit verursacht.

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@Bienenmann

03.11.2018 22:57 Butterfly Allgemeine Information

"Weidelandschaften" sind aber nicht die Flächen, die für Kühe, die im Stall stehen, alle paar Wochen abgemäht werden müssen. Da muss man die Sachen schon ein bisschen auseinanderhalten. Weidehaltung ist etwas ganz anders als die Haltung von Kühen (zumal in großer Zahl, je nach Bundesland) im Stall.

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Unglaublich

11.10.2018 19:48 Insektenfreund Ist eine Ergänzung

Vorab: Ich bin ein großer Freund von Insekten, sie sind in meinen Augen die Basis unseres Lebens, aber:

Gewässerschutz ist wichtig und ein hohes Gut, gerade mit Blick auf die kommenden Generationen. Beim Blick hier durch die Foren fällt  mir jedoch auf, dass diese Diskussion nie zuende geführt werden kann. Unsere Gesellschaft hat sich zu weit von der Realität entfernt. Es erinnert an das alte Rom und an seine Gesellschaft die im Wohlstand zu Grunde ging. Einige Sachen sind Zwänge, das schließe ich mich Bienemann an. Das eine geht nicht ohne das andere. Ich fürchte, beim Thema Insektenschutz geht es für viele Beteiligte nur darum hinterher sagen zu können: "Ich hab ja was gesagt."  Akut betreffen tut es die wenigsten und den meisten ist es ehrlich gesagt auch egal. Die Nutzer der Natur sind in Deutschland in der Unterzahl, darum kann man auch gegen und über sie entscheiden. Das diese Nutzer alle ernähren bemerkt keiner.

Und Nahrung kann auch mit dem Schweröldampfer aus Übersee kommen.

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13.10.2018 19:22 thomas Sonstiges

Bitte belegen Sie Ihre Behauptung dass "Stickstoffemissionen führen zu Insektensterben und Biodiversitätsverlusten" mit belastbaren Quellen!

Danke

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Stickstoffemissionen und Insektendiversität

31.10.2018 14:53 BMAYER Allgemeine Information

Stickstoffemissionen führen zur Eutrophierung ehemals nährstoffarmer Standorte. Dies bringt zum einen das Verschwinden konkurrenzschwacher, an nährstoffarme Standorte angepasster Pflanzen sowie der auf diese Pflanzen spezialisierten Insektenarten mit sich, zum anderen den Aufwuchs einer dichten und hohen Gräservegetation, in der viele Insekten nicht überleben können. Diese Zusammenhänge sind für mich ökologisches Grundwissen, für das ich Ihnen zwar keine Quellen angeben kann; ich denke aber, daß dies in einer Diskussion interessierter Laien auch gar nicht notwendig ist. Falls Sie in meiner Darstellung einen logischen oder sachlichen Fehler finden sollten, würde ich mich freuen, wenn Sie ihn mir nachvollziehbar aufzeigen. Solange erlauben sie mir, an meiner Meinung festzuhalten.

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@BMAYER

31.10.2018 22:52 Franz Sonstiges

Luft besteht zu 70% aus Stickstoff, ich gebe ihnen recht, wenn daraus auf einen Magerrasen emittiert wird, kann aus dem Magerrasen eine unerünschte Fettwiese mit allen Kolateralschäden wie Artensterben, Insektensterben und Waldsterben werden. Vieleicht wäre die Lösung, den Stickstoffanteil in der Luft zu senken und durch CO2 zu ersetzen.

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Sonstiges

@Franz

01.11.2018 09:31 BMAYER Sonstiges

Es macht meines Wissens einen Unterschied, in welcher Form und in welcher Verbindung Stickstoff vorliegt. Die landwirtschaftlichen Stickstoffemissionen aus  Kunstdünger und Gülle bilden in der Luft Stickstoffverbindungen, die nicht nur unsere Atemwege schädigen und damit für Tausende von Todesfällen jedes Jahr verantwortlich gemacht werden können (MPI für Chemie), sondern eben auch durch Düngung magerer Standorte zum Verlust biologischer Vielfalt beitragen.

Aber vermutlich verfügen Sie über abweichende Informationen und können mich von Ihrer überlegenen Warte aus eines besseren belehren.

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Verlust Biodiversität durch hohes Düngeniveau

05.11.2018 22:55 Edelmann Sonstiges

Meine Erkennisquelle ist meine eigene Wahrnehmung.

Im Jahr 2017 musste wegen der Nässe der Heuschnitt verschoben werden.

Die Folge war, dass mastige Weidelgrasbestände (Gülle gedüngt, keine Blühpflanzen) ins Lager gegangen sind. Läuft man durch solch einen Bestand, höhrt und sieht man kaum Insekten.

Direkt daneben (gleiche Bodenverhältnisse) eine Magerwiese, stehender Bestand und Blühpflanzen, von einem Schritt zum nächsten wird ein Zirpen und Schwirren wahrnehmbar.

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Unterstützt den Vorschlag

18.10.2018 16:02 georgpape Unterstützt den Vorschlag

Anbaufläche und Viehbestand müssen zueinander passen. Bei Ungleichgewicht ist der Viehbestand zu reduzieren.

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Begrenzung der Intensität der agrarischen Nutzung von Flächen

02.11.2018 01:23 PfrJonasMossdorf Ist eine Ergänzung

Meines Erachtens ist an diesem Punkt die Frage nach der für eine bestimmte genutzte Fläche im Verhältnis zu gehaltenen Tieren und ausgebrachtem Dünger entscheidend. Nicht nur für die Insekten sondern für die Bodenqualität allgemein ist am förderlichsten, was früher üblich war: Ein Bauer/eine Bäuerin düngt mit dem eigenen Mist, der der Menge an Tieren entspricht, die das besessene Land auch mit Nährmitteln verfügen kann.

Es wäre dringend nötig dieses Verhältnis wiederherzustellen, sprich Anknäufe/Import von Dünge- und Futtermitteln zu begrenzen, umso wieder in Richtung des "natürlichen" Gleichgewichts zu arbeiten. Dazu sollte verbindlich das Verhältnis Fläche/Tierzahl/Dünge- und Futtermittelkontingent festgeschrieben werden. Die zwangsläufige Reduktion der Tierbestände käme zugleich dem Klimaschutz und der Lebensqualität der Nutztiere entgegegn.

Flankierend müssten die Bauern bei der Vermarktung des dann deutlich preis gesteigerten Fleischs unterstützt werden

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Rinder in extensiver Haltung rehabilitieren

05.11.2018 23:13 HerbertNickel Ist eine Ergänzung

Überdüngung und Stickstoffabfluss haben wir oft dort, wo arme oder nasse Böden nicht die ganze Düngung aufnehmen können und wo der Ertrag oft auch gering ist. Wir sollten diese Flächen aus der Intensivnutzung herausnehmen und mit Rindern und/oder Pferden extensiv beweiden ohne Zufütterung. Dann gibt es dort auch keine Überdüngung, sondern über die regenerierende Humusschicht wird CO2 fixiert, was auch das ausgerülpste Methan wieder ausgleicht. Für die Insektenfauna ist der Dung dieser Tiere (die dann nicht prophylaktisch gegen Parasiten behandelt werden dürfen) eine sehr gute Ressource. Auf solchen Weiden, wie es sie in Thüringen und Schleswig-Holstein gibt, sehe ich auch Stare, Braunkehlchen, Kiebitze usw., die von den Insekten gut leben können. Dazu braucht es eine Förderung von insgesamt 1000 Euro/ha. Die Gesellschaft bekommt dafür neben der Biodiversität außerdem Klimaschutz, Tierwohl, Hochwasserschutz (wenn in Auen), Grundwasserschutz und eine Landschaft für Herz und Seele.

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Lehnt den Vorschlag ab

Stickstoffreduzierung ist seit langem überfällig!

06.11.2018 12:53 rino.kubisch Lehnt den Vorschlag ab

Hier hat die Bundesregierung seit Jahren versagt! Ein Plan zur Reduzierung derStickstoffemissionen ist seit vielen Jahren vernachlässigt worden! Jetzt einen solchen Plan für 2021 zu versprechen ist der blanke Hohn. Er muss sofort auf Basis der bekannten wissenschaftlichen Erkenntnisse erlassen werden!

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Hauptverursacher der Gesamtstickstoffemissionen ist die Landwirtschaft

07.11.2018 00:56 Wittneben Ist eine Ergänzung

Viele Kommentare beschreiben, dass das größte Problem für die Umwelt die Landwirtschaft sei. Wäre es da nicht sinnvoll, die Landwirtschaft in Deutschland zu verbieten und nur noch Blühflächen, Bäume, Naturschutzgebiete zu erlauben. Natürlich dürfen weitere Flächen versiegelt werden, da Wohngebiete und viele Straßen benötigt werden. Und die Industrie benötigt auch Produktionsstandorte. Diese Umweltbelastungen scheinen unbedeutend zu sein.

Die benötigten Nahrungsmittel können preiswert aus dem Ausland bezogen werden.

Natürlich kann die oben genannte Aussage als polemisch wahrgenommen werden. Leider habe ich den Eindruck, das es genau in diese Richtung geht. Vorbild kann z.B. die Tuch- und Kleidungsindustrie sein. Früher gab es diese Industrie in Deutschland. Heute wird die meiste Kleidung in Bangladesch, Indien und der Türkei produziert. Ich vermute, dass durch die vielen Restriktionen ohne entsprechenden finanziellen Ausgleich der Landwirtschaft das gleiche Schicksal ereilt.

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