Bürgerbeteiligung zum Aktionsprogramm Insektenschutz
Zurück zur letzten Ansicht

7.5 Der Bund wird 2019 eine Initiative zum Ausbau der taxonomischen Kenntnisse und Forschung in Deutschland und deren Weitergabe ergreifen

25.09.2018 12:08 cps-redaktion

Dazu gehört:

  • (Wieder-)Aufbau taxonomischer Ausbildungs- und Studiengänge an Universitäten und Hochschulen
  • Ausbau und finanzielle Förderung der taxonomischen und ökologischen Forschung sowie Ausbau der praxisorientierten insektenrelevanten Forschung
  • Ausbau von Koordinationszentren bzw. Museen zur Betreuung und Bearbeitung taxonomischer Sammlungen, Wissenschaftsarchive und Materialsammlungen der Langzeiterfassung
  • Verbesserung der taxonomischen Ausbildung und Vermittlung von Artenkenntnissen an Universitäten, Schulen und beim Ehrenamt

Beschreibung: Der Schutz von Insekten und die Überprüfung, ob Maßnahmen wirksam waren, setzt voraus, dass es genügend Expertinnen und Experten gibt, die die große Vielfalt von Insektenarten kennen. Zurzeit gibt es einen spürbaren Mangel an Artenkennern (Taxonominnen und Taxonomen), was nicht nur das Biodiversitätsmonitoring, sondern auch eine sachgerechte Planung etwa von Infrastrukturprojekten erschwert, bei denen die Erfassung von Artenvorkommen notwendig ist. 
 

17 Kommentare 152 stimme zu 4 enthalte mich 3 stimme nicht zu 381 Gelesen

Kommentierung ist nicht geöffnet

Unterstützt den Vorschlag

dringend nötig

10.10.2018 22:05 hopper27 Unterstützt den Vorschlag

Das wird bereits seit Jahrzehnten von diversen Fachgesellschaften (DZG, GfBS) gefordert. Es wird Zeit, dass es endlich wirklich umgesetzt wird. Inzwischen haben sich die meisten Biologie-Studiengänge nahezu gänzlich aus der taxonomischen Ausbildung zurückgezogen. Eine Ausnahme ist der Studiengang Umweltbiowissenschaften an der Uni Trier, wo Bachelor-Studierende nicht nur einen Grundkurs "Zoologische Bestimmungsübungen", sondern auch drei weitere Artenkenntnis-Kurse belegen müssen, die sie aus vielen Tierartengruppen auswählen können (u.a. Laufkäfer, Libellen, Heuschrecken, Gewässerinsekten).

0 20 Kommentar gefällt mir 0 Kommentar gefällt mir nicht

Unterstützt den Vorschlag

Endlich, hoffentlich nicht zu spät

11.10.2018 20:42 DJensch Unterstützt den Vorschlag

Nach Jahrzehnten des Abbaus endlich wieder Würdigung der Artenkenntnis? Hoffentlich nicht zu spät, es gibt nur noch erschreckend wenige, die lange Zeit verlacht wurden oder sich in den Hobbybereich zurückzogen.

 

0 18 Kommentar gefällt mir 0 Kommentar gefällt mir nicht

Ist eine Ergänzung

Begeisterung für Artenvielfalt von klein auf wichtig

11.10.2018 20:43 DJensch Ist eine Ergänzung

Bitte beziehen Sie auch z.B. ErzieherInnenausbildung in die Vermittlung von Grundkenntnissen mit ein. Begeisterung für und ein Grundwissen über Artenvielfalt sollte auch schon in KiTas getragen werden.

1 27 Kommentar gefällt mir 0 Kommentar gefällt mir nicht

Unterstützt den Vorschlag

Viele Grundsteine, kein Dach!

26.10.2018 12:38 Synuchus Unterstützt den Vorschlag

Das ist unbedingt richtig.

Aus meiner Praxis und Beobachtungen im Umfeld (Universitätsstadt) stelle ich aber auch fest, dass in Kindergärten und Grundschulen fast (?) mehr in dieser Hinsicht gelehrt wird als an der Uni! Der Grundstein, den engagierte Erzieherinnen und Erzieher legen, wird allzubald wieder verschüttet und niemand mag mehr auf dieses Fundament aufbauen.

11 Kommentar gefällt mir 0 Kommentar gefällt mir nicht

Unterstützt den Vorschlag

Wissenschaftliche Reputation etablieren!

12.10.2018 20:40 biedermp Unterstützt den Vorschlag

Der Wiederaufbau der Taxonomischen Artenkenntnis wird seit Jahren diskutiert und wird nicht funktionieren solange keine Förderungem gezielt AUSSCHLIESSLICH die taxonomische Lehre und Forschung unterstützen.

Als Organismischer Biologe weiß ich, dass taxonomische Forschung in Zeitschriften mit Impact Factor <2 publiziert wird. In keinem anderen biologischen Fachgebiet ist der IF so gering. Da neue Professoren-, Wissenschaftlerstellen u Forschungsanträge hauptsächlich nach Publikationsleistung vergeben werden, wurden in den letzten Jahren beinahe alle Entomologischen Lehrstühle mit Theorie-orientierten Ökologen oder Molekularbiologen besetzt.

Angewandte Entomologie und Naturschutzforschung haben in Deutschland und der EU innerhalb von Wissenschaftlerkreisen gar keine Reputation mehr. Mir liegt diese Forschung selbst am Herzen und ich kann sie in meiner Forschungsarbeit an der Uni auch nur als Hobby betreiben, denn vor der DFG und Universitätsgremien ist diese Art von Forschungs nichts wert.

1 17 Kommentar gefällt mir 0 Kommentar gefällt mir nicht

Lob an die 'Amateure'

26.10.2018 12:50 Synuchus

Das grandiose Versagen der Unis bzw. der Fördergelderverteiler in dieser Hinsicht ist leider Fakt. Es muss daher lobend erwähnt werden, dass es zum Glück noch viele Privatleute gibt, welche das Wissen erhalten und ausbauen. Und die in der Lage sind, die Artenkenntnis weiterzugeben.

Ohne zusätzliches Privatengagementlief schon zu den Zeiten nichts, als Artenkenntnis an den Universitäten noch gelehrt wurde, das ist nicht zu vermeiden. In den letzten Jahren bekam man aber tatsächlich das Gefühl, dass zu mindestens 80 % dieses Wissen nur noch von Hobby-Entomologen und Freizeitforschern erhalten wird.

11 Kommentar gefällt mir 0 Kommentar gefällt mir nicht

Unterstützt den Vorschlag

Umfassend!

15.10.2018 11:16 miko Unterstützt den Vorschlag

Es geht nicht nur um Insekten, sondern um die gesamte Lebewelt. Die Wissenserosion auch in der Botanik ist schon jetzt enorm. Bitte entgegen steuern! Schon in der Schule muss damit angefangen werden. Die Unis sind sowieso in der Pflicht. Artenkenntnis ist die Grundlage und nicht nur nice-to-have!

0 18 Kommentar gefällt mir 0 Kommentar gefällt mir nicht

Ist eine Ergänzung

19.10.2018 19:34 JosefPP Ist eine Ergänzung

Biologie der Insekten auch an Schulen lehren

1 14 Kommentar gefällt mir 0 Kommentar gefällt mir nicht

Ist eine Ergänzung

Insektenkunde und Schulgarten kombinieren

06.11.2018 22:20 Flywatcher Ist eine Ergänzung

Um biologische und landwirtschaftlich/ gärtnerische Zusammenhänge praktisch darzustellen, gabs früher Schulgartenunterricht. Mit diesem könnten diverse Potentiale bis hin zur gesunden Ernährung genutzt werden.

5 Kommentar gefällt mir 0 Kommentar gefällt mir nicht

Unterstützung + Ergänzung

Insektenkundliche Praktika an Schulen

31.10.2018 19:29 coldvalley Unterstützung + Ergänzung

Laut Frobel und Schlumprecht (2016) gibt es zwei Zeitspannen, in denen sich junge Menschen für das Aneignen von Artenkenntnis interssieren: Mit 13,5 und mit 22,5 Jahren. Um Jugendliche in der ersten Phase "abzuholen", plant der Entomologische Verein, in dem ich Mitglied bin, jetzt erste zarte Versuche, im Rahmen der schulischen Nachmittagsbetreuung insektenkundliche Praktika anzubieten.

1 12 Kommentar gefällt mir 0 Kommentar gefällt mir nicht

ist neutral

Lobenswert - hoffentlich passt das in den Lehrplan!

04.11.2018 12:10 Synuchus ist neutral

Es ist zu hoffen, dass es nicht nur bei zarten Versuchen bleibt. Ich glaube sehr wohl, dass man schätzungsweise zwei Drittel der Schüler ansprechen kann, wenn davon 10 oder 15 % sich vertiefend dafür interessieren, wäre das ein großer Erfolg.

Es ist zu hoffen, dass dieses Engagement nicht von der Fülle der anderen Schulansprüche überwalzt wird. Oft fehlt es den Schülern schlicht an der Zeit, sich ausgiebiger mit einem Thema, das interessant, aber nicht prüfungsrelevant ist, zu befassen. Ich drücke die Daumen!

4 Kommentar gefällt mir 0 Kommentar gefällt mir nicht

Sonstiges

wie lange gibt es die nationale biodiversitätsstrategie?

02.11.2018 17:50 LandArt Sonstiges

also, ich hab nicht nachgeguckt, aber 10 jahre dürfte sie alt sein. die ankündigung, taxonomisches wissen aufzubauen stand schon damals drin. ja, es muss getan werden. aber ihr seid leider echt spät dran....

0 2 Kommentar gefällt mir 0 Kommentar gefällt mir nicht

Unterstützt den Vorschlag

bessere bildungsansätze

02.11.2018 17:52 LandArt Unterstützt den Vorschlag

artenkenntnisse könnten noch viel kreativer vermittelt werden. ich empfehle den ansatz des casual learning = lernen im vorbeigehen. es dürfen nicht nur die bereits interessierten erreicht werden. verknüpfung von artenkenntnissen und BNE ist notwendig.

0 2 Kommentar gefällt mir 0 Kommentar gefällt mir nicht

Unterstützt den Vorschlag

Eine Handvoll Experten für alle Gruppen dauerhaft, konstant und substanziell fördern

05.11.2018 23:34 HerbertNickel Unterstützt den Vorschlag

Viele Insektengruppen sind so artenreich und werden so selten bei Auftragsvergaben nachgefragt, dass hier nur auf Bundesebene eine nachhaltige Lösung gefunden werden kann. Dort müsste versucht werden, pro Gruppe (je nach Artenreichtum) eine Handvoll Spezialisten regelmäßig mit Werkverträgen oder auch evtl. mit halben Stellen auszustatten, wofür dann z.B. Rote Listen, Artenlisten der Länder, Faunistik besonderer Regionen oder Lebensräume (wo es eben Kenntnislücken gibt), besondere ökologische oder taxonomische Fragen zu bearbeiten wären.

Eine reiche Kulturnation wie Deutschland kann es sich leisten, jeweils ein paar Spezialisten für alle möglichen Schlupfwespen-, Käfer-, Kleinschmetterlings- und Fliegengruppen, Blattläuse, Wanzen, Zikaden, Springschwänze etc. zu halten. Dann gäbe es auch wieder Nachwuchs. Allein die Tatsache, dass es aufgrund mangelnder Gelder und Spezialisten  bisher nicht möglich ist, den Biomasseverlust überhaupt auf Gruppenebene einzugrenzen, ist ein Witz.

1 7 Kommentar gefällt mir 0 Kommentar gefällt mir nicht

Unterstützt den Vorschlag

Kein Witz

07.11.2018 19:36 Oedothoraxapicatus Unterstützt den Vorschlag

Genau richtige Analyse und Vorschläge. Es ist auch genug Geld vorhanden. Allein der politische Wille ist dafür entscheidend.

Es ist kein Witz- es ist ein handfester Skandal!!!

2 Kommentar gefällt mir 0 Kommentar gefällt mir nicht

Unterstützung + Ergänzung

Taxonomie Initiative

06.11.2018 21:55 AB_1 Unterstützung + Ergänzung

Eine Taxonomie Initiative wird schon seit langem gefordert, und sie ist dringend notwendig, solange es noch Spezialisten gibt, die ihr Wissen weitergeben können. Die Zeit drängt.

Hier sollten gezielt Fachgesellschaften, Museen und andere wissenschaftliche Institute mit Stellen und Projektmitteln gefördert werden. Diese sollte auch mit Weiterbildungsangeboten verknüpft werden um weitere Expert*innen auszubilden und u.a. auch  niederschwellige Angebote für Interessierte  aus der Gesellschaft einschliessen.

Wichtig sind ausreichende Anerkennungsmechanismen und -Indikatoren für Wissenschaftler*innen sowohl in Museen als auch Universitäten, sodass ein vertiefter und langfristiger (Wieder)aufbau und Weitergabe der taxonomischen Expertise möglich ist.

Wünschenswert wäre eine Verknüpfung mit modernen Methoden wie z.B. Aufbau von Referenzdatenbanken für genetisches Barcoding und automatisierter Bildklassifikation etc.  Dies sollte auch durch DFG und BMBF Forschungsmittel gefördert werden.

0 6 Kommentar gefällt mir 0 Kommentar gefällt mir nicht

Unterstützt den Vorschlag

Man faengt erst jetzt in 2018 an, daran zu ueberlegen?

07.11.2018 16:43 brot Unterstützt den Vorschlag

Sie sprechen von eine 180-grad Wende in der ganze Lage von naturwissenschaftlichen Bildung. Es ist seit 30 Jahre dringend noetig aber es gibt wenig Zeichen, dass das Ministerium versteht, wie gross und teuer ist die Aufgabe.

0 0 Kommentar gefällt mir 0 Kommentar gefällt mir nicht