Bürgerbeteiligung zum Aktionsprogramm Insektenschutz
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9.3 Der Bund wird Initiativen für den Insektenschutz von Naturschutz- und Umweltverbänden, Wirtschaftsverbänden und Unternehmen, Forschung und Bildung, Kirchen und Religionsgemeinschaften, Jägern, Land- und Forstwirten und deren Vernetzung unterstützen

25.09.2018 12:20 cps-redaktion

Dazu gehört:

  • Vernetzung und Unterstützung von Insektenschutzprojekten von Naturschutz- und Umweltverbänden sowie anderen Akteuren
  • Einbeziehung von Insektenschutz in den Dialog zwischen Politik, Wirtschafts- und Naturschutzverbänden im Rahmen von "Unternehmen Biologische Vielfalt 2020"und Identifikation unternehmerischer Chancen von Maßnahmen zum Insektenschutz
  • Unterstützung von Kirchen und Religionsgemeinschaften bei der Umsetzung konkreter Aktivitäten zum Insektenschutz, wie z.B. der insektenfreundlichen Bewirtschaftung von Land in Kirchenbesitz oder einer biodiversitätsfreundlichen Gestaltung von und um religiöse Gebäude, u.a. auch im Rahmen des Projekts "Religionen für biologische Vielfalt"
  • Durchführung von Dialogforen zum Insektenschutz mit Akteuren aus den Bereichen Jagd, Land- und Forstwirtschaft im Rahmen des Dialogprozesses zur Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt
  • Unterstützung von Initiativen aus dem Bereichen Garten- und Landschaftsbau und Landschaftsarchitektur zu Angeboten zu "insektenfreundlichen Gärten"
  • Unterstützung von Citizen Science-Projekten zum Insektenschutz 

Beschreibung: Fortschritte beim Schutz der Insekten und ihrer Artenvielfalt erfordern, dass viele Akteure aktiv werden und von den Aktivitäten anderer Akteure wissen, um an einem Strang ziehen. Akteure aus der Gesellschaft sollen zum Handeln und zum Austausch ermutigt und bereits vorhandenes Engagement unterstützt werden.
 

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Artenreiche Blühwiesen schaffen

10.10.2018 21:06 Kai_Behncke Ist eine Ergänzung

Bei der katastrophalen Situation ist es (unserer Meinung nach) wichtig, größere Blühwiesen (regionales Saatgut) mit einer hohen Artenvielfalt anzulegen.
Und zwar nach diesem/n Prinzip(ien): 
http://blumiger-lkos.de/bluehwiesen-gestalten/

Wir legen hier Blühwiesen an unterschiedlicher Größe (zwischen 50 m² und 25.000 m²) und versuchen, eine sinnvolle Vernetzung hinzubekommen.
Es findet ein Monitoring durch zwei Biologen statt (finanziert durch die Heinz Sielmann Stiftung).
Das ganze wird ergänzt durch Nisthilfen (10 % der Blühwiesen werden für Stängelbrüter nicht gemäht, Insektennisthilfen, Totholz etc.
Die Ergebnisse des Monitorings sind sehr erfreulich.
Natürlich ist dieses Vorgehen nur eine Möglichkeit von verschiedenen (und nicht ganz günstig und durchaus zeitintensiv), 
aber ein Resultat wird schnell ersichtlich, Und: Es ist auch etwas fürs menschliche Auge, gut für die menschliche Akzeptanz.
Viele Bilder von den ehrenamtlichen Maßnahmen unter http://blumiger-lkos.de

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Realisitische Förderbedingungen schaffen

11.10.2018 12:32 Kai_Behncke Ist eine Ergänzung

Wir machen uns ein wenig Sorgen bez. der eingesetzten Förderung.
Werden Rahmenbedingungen wie aktuell bei den Vorgaben des BFN eingesetzt
(bundesweite Bedeutung der Maßnahme notwendig, Leuchtturmprojekte gewollt, sehr hohe wissenschaftliche Standards als Grundvoraussetzung für eine Unterstützung)...so ist das zwar einerseits nachvollziehbar, bei der Brisanz des Insektensterbens jedoch
würden eine Vielzahl von motivierten Akteuren "abgeschreckt" bzw. aufgrund von "kleiner" Infrastruktur ausgeschlossen...Es besteht einmal mehr die Gefahr einer "Elfenbeinturmförderung" (und wer hat schon die Muße wochenlang an einem Antrag zu sitzen)...

Es wäre interessant zu erfahren, wie die Rahmenbedingungen für mögliche Förderungen tatsächlich aussehen werden, wenn z.B.
die "Naturfreunde aus Hintertupfingen am See" (oder wo auch immer) auf sagen wir mal 10 Hektar Blühwiesen anlegen und (vor allen Dingen) mehrere Jahre lang pflegen wollen...

Haben die eine Chance auf Unterstützung?

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Auszahlungsmodalitäten von Förderungen

11.10.2018 12:46 Kai_Behncke Ist eine Ergänzung

Wir regen an Förderungen innerhalb des Projektes auszahlen und nicht erst NACH dem Projekt

 

Ein Erfahrungsbericht aus der Praxis: Für die ehrenamtlichen Insektenschutzprojekte "Blumiges Melle" und "Blumiger Landkreis Osnabrück" wurden wir durch verschiedene Firmen und Stiftungen unterstützt. Das ist toll (!), aber dennoch haben uns die Projekte teilweise an die Grenzen der finanziellen (und dadurch nervlichen) Belastbarkeit gebracht.

Warum? Verschiedene Stiftungen zahlen hohe Teile der Förderung erst NACH Projektende.

Heisst: Während der Projekte, in welche wir nahezu unseren gesamten Urlaub und unsere Freizeit gesteckt haben, mussten wir noch privat

hohe Beträge vorstrecken (bis zu 5000 Euro) UND außerdem noch einen hohen Eigenanteil bereitstellen.

Hat und schlaflose Nächte bereitet und ÜBERHAUPT KEINEN (!) Spaß gemacht. Trotzdem sind wir doof genug weiterzumachen...

Wir wünschen uns, dass die Förderung im Rahmen des Insektenschutzprogrammes der Regierung anders aussieht.

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Das Anlegen von 'Blühwiesen' geht in die falsche Richtung

21.10.2018 21:22 Weidefan Ist eine Ergänzung

Initiativen zur Anlage von "Blühwiesen" schießen wie Pilze aus dem Boden, sehr zur Freude der Saatguthersteller. Die Effizienz und Nachhaltigkeit ist aber gering. Das Geld wäre besser in die Wiederherstellung von Weideflächen mit angepasster Weideintensität angelegt. Dort kann man durch Mähgutübertragung und etwas Geduld viel bessere und auf Dauer weniger frustrierende Ergebnisse erzielen: Bei Einsaatflächen ist die Freude aufgrund der raschen Verarmung an Arten oft nur in den ersten Jahren und stetig abnehmend gegeben, bei den Weideflächen nimmt sie dagegen mit jedem Jahr zu. In meinen Augen sind Blühflächen oft als Aktionismus zu werten, der nach einiger Zeit der Frustration dann derTatenlosigkeit weicht.

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Unterstützt den Vorschlag

Rheinwiesen-Farm Projekt

11.10.2018 08:50 Beekeeper Unterstützt den Vorschlag

Seit knapp 2 Jahren versuche ich auf 10.000m² Wiesenfläche ein Natur- und Umweltschutz-Projekt für Kinder umzusetzen. Es geht um den Erhalt der Artenvielfalt und Förderug der Biodiversität. Es gibt drei Schwerpunkte Nutztierhaltung (gefährdete Rassen), Lehrbienenstand für Kinder mit Bienengarten und ein großer Bio-Schulgarten mit seltenen Gemüsepflanzen, Kräuterbeeten, Trockenmauer, Totholzhecken, Schmetterlingswiesen, Sandbienenfelder, uvm. und eine Obstwiese mit alten Obstsorten. Um das private Projekt finanzieren zu können, wurde ein Förderverein gegründet. Das Genehmigungsverfahren bei dem acht Behörden einbezogen werden müssen, ist kompliziert und für einen normalen Bürger, der etwas Gutes für das Allgemeinwohl und den Naturschutz (Insektenschutz) umsetzen möchte, kaum zu bewältigen. Hier würde ich mir mehr direkte Unterstützung von Landes- oder Bundesumweltbehörden wünschen.  

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11.10.2018 18:16 DJensch Ist eine Ergänzung

Verbände und Vereine, Religionsgemeinschaften und Citizen Science-Projekte beruhen zu einem großen Teil auf Ehrenamt. Durch die große Menge Menschen, die sie bewegen können, macht es sie zu idealen Partnern für flächendeckende Aktionen. Aber wenn wir großflächig etwas gegen das Insektensterben tun wollen, ist das auch viel Arbeit. Eine Förderung in diesem Bereich sollte daher relativ niedrige Schwellen bei der Beantragung und Abwicklung haben und auch Peronal fördern, ohne das größere Projekte mit vielen Ehrenamtlichen nicht koordiniert werden können. Das schafft nämlich kein Ehrenamtlicher mehr, das braucht zeitlich begrenzt Hauptamt.

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Beekeper und Djentsch haben Recht

12.10.2018 07:33 Kai_Behncke Sonstiges

Ihr beiden bringt es auf den Punkt. Der Zeitaufwand, um überhaupt ehrenamtlich loslegen zu können, ist monströs. Bevor das erste Geld da ist (z.B. für Maschinen, Saatgut, Materialien für Insektenhotels, Transport von Totholz etc. etc.) sind schon unglaublich viele Stunden vergangen. Bis ein Projekt administrativ abgewickelt ist, kommen noch viele viele Stunden dazu. Natürlich verstehe ich, dass Nachweise erbracht werden müssen, nicht einfach jeder so an das Geld kommen soll, macht ja auch Sinn, aber aktuell werden aufgrund viele Förderbedingungen für viele Menschen eigene Projekte verunmöglicht, das Ehrenamt quasi "blockiert".

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ist neutral

Programme müssen unbürokratisch und kompatibel mit dem Prämienrecht sein!

12.10.2018 08:35 Bienenmann ist neutral

Im Landkreis OH wurde für 5000€ ca. 100 ha Blühstreifenfläche angelegt. Ohne bürokratischen Hindernisse und ohne zusätzliche Förderung außer der Stellung des Saatgutes. Solange keine Naturschutzverbände an den Projekten beteiligt sind, ist die Bereitschaft der Landwirte hoch etwas für die Biodiversität zu tun. Bei staatlichen Programmen muss mindestens der Pachtansatz plus Risikozulage bezahlt werden (ca. 700 €/ha). Wichtig ist zudem die Übereinstimmung mit den prämienrechtlichen Vorschriften. Leider sind viele gutgemeinte Aktionen für die Landwirte nicht umsetzbar, da es dem Prämienrecht widerspricht.

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Gründung des Arbeitskreises blühende Lebensräume

21.10.2018 21:02 Gerhard.K

Die Kreisgruppe Altötting des Bundes Naturschutz hat am 18.10.2018 den Arbeitskreis blühende Lebensräume gegründet. Die Mitglieder versuchen, entsprechende Programme der Politik umzusetzen und dafür geeignete Flächen aufzuspüren.

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Blühende Felder

24.10.2018 18:03 firstclaas Ist eine Ergänzung

ja, auch ich liebe diese blühenden Flächen, die wir jetzt wieder erleben können. Bin da zzt noch mit von der Partie. Habe wieder auf acht Flächen (81.553m²) als Agrarumweltmassnahme angelegt. Es erfreuen sich die bodenbürtigen Insekten genauso, wie die Fluginsekten! Das Problem wird nur sein, dass ich solche Flächen der Tierwelt** in Zukunft nicht mehr anbieten kann, wenn Glyphosat verboten werden sollte.

** bei der Überprüfung durch Biologinnen vom NLWKN wurden natürlich auch Ricken mit ihren Kitzen festgestellt, auch Rebhühner leben am Rande, die Wildbienen erfreuen sich, viele Spinnenarten, des Nachts natürlich die Fledermäuse usw. usw....

Schade, dass oftmals kein ganzheitlicher Gedanke gefunden wird. Es gibt sich leider auch kein Politiker die Mühe, sich einmal vor Ort mit der Materie auseinander zu setzen. Traurig und Bedauerlich.

Dann fehlt es an verbindlicher Rechtssicherheit in vielen Bundesländern!

Wie kann so etwas sein?

Das geht gar nicht!

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Imker einbeziehen

06.11.2018 17:34 A1234 Ist eine Ergänzung

Es sollten auch die Imkerverbände und die Imkervereine vor Ort einbezogen und unterstützt werden. Bei den Imkern und Imkerinnen ist eine große Bereitschaft vorhanden, sich für den Insektenschutz zu einzusetzen.

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Gewerbeflächen

06.11.2018 20:47 Carsten Ist eine Ergänzung

Unternehmen können sich im Rahmen unternehmerischen Nachhaltigkeits- (insb. Biodiversitäts-) Managements unter anderem für Biodiversität in ihren Wertschöpfungsaktivitäten sowie auf ihren Gewerbeflächen engagieren. Mit diesem Thema hat sich ein Forschungsprojekt am Centre for Sustainability Management (CSM) der Leuphana Universität Lüneburg beschäftigt.

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Gartenbau

06.11.2018 21:00 Carsten Ist eine Ergänzung

Zum Bereich "Garten- und Landschaftsbau" sollten auch die Erzeuger von Pflanzgut sowie der Handel (Gärtnereien, Baumärkte etc.) gezählt werden, die über entsprechende Sortimentsgestaltung und Kommunikationsmaßnahmen das entsprechende Pflanzgut, Wissen und Aufmerksamkeit beisteuern können. Entsprechende Brancheninitiativen sollten angeregt bzw. unterstützt werden (Schirmherrschaft, Aktionsmonat etc.).

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Sonstiges

Sehr wichtig, verschiedene Leute / Sektoren zu vernetzen

07.11.2018 16:53 brot Sonstiges

Ohne gute persoenliche Kontakt will das Agrarindustrielobby nicht zusammenarbeiten.

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